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Forstwirtschaft,Nachhaltigkeit,Wald

Die Rettung des deutschen Waldes und die Frage der Nachhaltigkeit

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird irrtümlicherweise oftmals auch als Synonym für Umwelt- und Klimaschutz verwendet, ist jedoch in seinem ursprünglichen forstwirtschaftlichen Entstehungskontext vielmehr als Leitlinie für eine maßvolle ökonomische Nutzung des Waldes definiert worden. Angesichts der völligen Übernutzung der deutschen Wälder nach dem 30jährigen Krieg und im Zuge des zunehmenden Bergbaus, legte der deutsche Förster Hans Carl von Carlowitz 1713 die Leitlinien für eine nachhaltige Forstwirtschaft fest.

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Biodiversität,Glyphosat,Insektensterben,IPBES,Kommunaler Forderungskatalog,Neonikotinoide

Das Schwinden der Artenvielfalt / Kommunaler Forderungenkatalog

Unsere Landschaften verarmen, die biologische Vielfalt zu Land und Meer sinkt dramatisch. Der aktuelle IPBES-Bericht zur globalen Situation der Biodiversität führt erneut vor Augen, was eigentlich schon längt bekannt ist: Wir Menschen lösen hauptsächlich mit der Intensivierung der Landnutzung, dem Flächenwachstum der Städte und der Ausbeutung von Bodenschätzen eins der sechs größten Massenaussterben der letzten 500 Millionen Jahre aus.

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Notre Dame

Das Drama Notre Dame und (m)eine doppelte Fassungslosigkeit

Die pariser Brandkatastrophe dürfte jeden, der auch nur ein wenig Gespür für die Historie solcher Baudenkmäler besitzt, fassungslos, traurig bewegt und mit Gänsehaut auf die Feuerruinen des Notre Dame blicken lassen. Doch gänsehauttreibend ist auf eine andere Weise auch, dass innerhalb nur weniger Stunden ein Spendenaufkommen in Höhe von 800 Millionen Euros für den Wiederaufbau dieses Gebäudes aus dem Nichts zur Verfügung stand. Dabei spendeten zwei Familien jeweils 100 Millionen Euro!?

Noch einmal zum Mitschreiben: Innerhalb von knapp 48 Stunden stehen nach einem Katastrophenfall, bei dem kein Mensch zu Schaden kam, aus dem Nichts 800 Millionen Euros zu Verfügung!?

Wir  dürfen also hoffen, dass diese potenten SpenderInnen fortan auch  nach Naturkatastrophen, wie beispielsweise in Mozambique, Haiti oder New Orleans, in deren Folge viele Menschen um ihr Überleben kämpfen müssen, in gleicher Weise so schnelle und üppige Spenden zum Wiederaufbau zur Verfügung stellen und sie künftig den sozial Gestrandeten im eigenen Land tatkräftig unter die Arme greifen werden…..oder ist das etwas anderes?

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Friday for future,Klimaschutz,Partizipation

Fridays for future: Sanktionen als politische Reaktion?

Eigentlich sind zu den SchülerInnen-Demonstrationen, die bundesweit im Rahmen der „Fridays-for-future-Bewegung“ seit einigen Wochen stattfinden, bereits alle Meinungen gehört worden. In den Reihen der Befürworter klingt durchgehend Verständnis für eine heranwachsende Generation durch, die sich angesichts einer beängstigenden Zukunft Gehör verschaffen, in der unsere globalen und regionalen Lebensräume infolge der sich bereits abzeichnenden Klimakatastrophen immer wieder durch Stürme und Überschwemmungen auf´s Neue, jederzeit und von jetzt auf gleich, zerstört werden können oder infolge des steigenden Meeresspiegels und zunehmender Dürreperioden in einem sukzessiven Prozess unbewohnbar werden.

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Bürgerbeteiligung,Nachhaltigkeit,Partizipation,Stadtentwicklung

Das Aachener Bauprojekt Luisenhöfe: Eine kommunalpolitische Chance für mehr Partizipation

Das innerstädtische Areal zwischen Boxgraben, Südstraße, Reumontstraße und Mariabrunnstraße rückt aktuell in den Fokus kommunalpolitischer Nachhaltigkeit- und Partizipationsforschung. Seit Bekanntwerden der Bebauungspläne engagiert sich die Initiative „Luisenhöfe Aachen“ für eine stärkere Mitsprache und Beteiligung der Aachener BürgerInnen bei der Entwicklung des Bebauungsplans.

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Demokratie,Garzweiler II,Hambach,Klimapolitik NRW,Partizipation,Tagebau

Die Hambacher Proteste im Diskurs

Anlässlich einer kritischen Mail eines Mitbürgers bzgl. unseres Artikels zum Hambacher-Wald (https://resilienz-aachen.de/der-hambacher-wald-und-der-partizipationsgedanke/) möchten wir die Sichtweise des Autors in der nachfolgenden, anonymisierten Mail abbilden und erneut Stellung beziehen.

Nachrichtentext:  „Ich finde den sog.’Widerstand‘ im Hambacher Forst ganz einfach kriminell, auch deshalb, weil er demokratisch erlangte Genehmigungen nachträglich zu revidieren versucht. Demokratischer Widerstand hätte sich in den Genehmigungsverfahren finden müssen – Anhörungen gab es ja sicher reichlich. Dieser Umstand wird mit dem Soziologengerede von ‚Resilienz‘ etc. nur vernebelt. Danke !“

Sehr geehrter Dr. dklsdkfld,

zunächst einmal möchte ich mich bedanken für Ihren kritischen Einwand bzgl. meiner Stellungnahme zur anberaumten Rodung des Hambacher Waldes, denn einen offen geführten Diskurs zu initiieren, war genau mein Anliegen.

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Braunkohleabbau,Demokratieentwicklung,Energiewende,Partizipation,Politikverdrossenheit,Umweltschutz

Der Hambacher Tagebau und der Partizipationsgedanke

Mit dem Entscheid der Bezirksregierung Arnsberg Ende März diesen Jahres ist die Rodung des Hambacher Forstes beschlossene Sache.  Seit 2012 versuchen UmweltaktivistInnen einen der ältesten Waldbestände in Europa, den Hambacher Forst, vor seiner Abholzung zu bewahren. In den Medien hören wir von der militant anmutenden, aggressiven Vorgehensweise der AktivistInnen, die sich gegen die von RWE beauftragten Waldarbeiter, deren Rodungsmaschinen und gegen Polizisten richtet. Aus juristischer Sicht ist die RWE-AG im Recht, wenn sie sich mit Hilfe der Polizei gegen Baum- und Landbesetzer zur Wehr setzt und fortführt, was ihr im letzten Jahrhundert vertraglich zugesichert wurde – die Abholzung des Hambacher Waldes.

Doch könnte die unbeirrte Fortsetzung der Waldrodung aus politikwissenschaftlicher Perspektive nicht auch eine fatale Signalwirkung für die partizipative Demokratieentwicklung bedeuten?

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kommunale Außenpolitik,kommunale Entwicklungspolitik,Nachhaltigkeit,SDGs,Städtepartnerschaft

Städtepartnerschaften – Ein unterschätztes Instrument kommunaler Außenpolitik

Nachdem sich im Nachkriegseuropa die sogenannte „kommunale Außenpolitik“ durch die Gründungen der zahlreichen, größtenteils bis heute bestehenden, Städtepartnerschaften als fester Bestandteil einer erfolgreichen europäischen Friedenssicherung und Völkerverständigung etablierte, verlor dieses Instrument im Zuge der großen globalisierungs- und außenpolitischen Strategien stark an Bedeutung. In den letzten Jahren ist hingegen zu beobachten, dass KommunalpolitikerInnen wieder verstärkt auf das Konzept der internationalen Städtepartnerschaften zurückgreifen, um vor allem im Ausland für ihre eigene Stadt oder Region zu werben und entsprechende wirtschaftsfördernde Kooperationen zu initiieren.

Angesichts dessen stellt sich die Frage, ob sich mit dem Instrument der kommunalen Außenpolitik weitere – gesamtgesellschaftlich relevante – Potenziale erschließen lassen. Eine Neubewertung und Neuorganisation der kommunalen Außenpolitik könnte sowohl für das Konzept der Städtepartnerschaften als auch für den weiteren Globalisierungsprozess eine Bandbreite von Chancen bieten.

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Akzeptanzmanagement,Blockadepolitik,Demokratie,Mitfachfalle,NGO,NRO,Partizipation,Rechtspopulismus

Die Fallstricke partizipativer Politikgestaltung

 Die Palette der oft schwer voneinander abzugrenzenden Bezeichnungen für die politische Teilhabe bzw. partizipative Einflussnahme engagierter Menschen und Organisationen auf wirtschafts-, umwelt- und gesellschaftspolitische Entwicklungen ist breit. Da ist beispielsweise die Rede von partizipativer oder konsultativer Bürgerbeteiligung, zivilgesellschaftlicher Partizipation, Bürgergesellschaft, partizipativer  Demokratie, Bürgerdemokratie oder auch von Bürgerräten. Vereine, Initiativen und Organisationen, die sich aus der zivilen Gesellschaft heraus bilden und engagieren, fallen insgesamt unter die Bezeichnung Nichtregierungsorganisationen

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