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„Bauer Willi“ und der „Kreuzzug“ der Landwirte; Ein Kreuzzug gegen Politik und Gesellschaft, der sich eigentlich gegen die eigenen Lobby-Vertreter richten müsste

Claus Mayr (NABU-Stadtverband Aachen) und Raphaela Kell (RRA)

„Bauer Willi“, im wahren Leben Willi Kremer-Schillings aus Rommerskirchen im Kreis Neuss, ist einer der aktivsten „influencer“ der Agrarlobby in den sozialen Medien. Auch in den Agrargazetten wie „top agrar“ schreibt er regelmäßig gegen die nach seiner Meinung übermäßigen Gängelungen der Landwirtschaft an.

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Die Rettung des deutschen Waldes und die Frage der Nachhaltigkeit

Raphaela Kell und Claus Mayr (NABU Stadtverband Aachen)

Der Begriff „Nachhaltigkeit“ wird irrtümlicherweise oftmals auch als Synonym für Umwelt- und Klimaschutz verwendet, ist jedoch in seinem ursprünglichen forstwirtschaftlichen Entstehungskontext vielmehr als Leitlinie für eine maßvolle ökonomische Nutzung des Waldes definiert worden. Angesichts der völligen Übernutzung der deutschen Wälder nach dem 30jährigen Krieg und im Zuge des zunehmenden Bergbaus, legte der deutsche Förster Hans Carl von Carlowitz 1713 die Leitlinien für eine nachhaltige Forstwirtschaft fest.

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Perspektiven ökologischer Transformation im digitalen Zeitalter

Einleitung | Die Z1 gilt als der erste Computer der Welt, der bereits 1936 den Beginn des Computerzeitalters eingeleitet hat. Bei diesem Modell handelt sich um eine frei programmierbare mechanische Rechenmaschine, die der gebürtige Berliner Konrad Zuse gebaut hat. Noch nie zuvor hat eine Machine mit binären halblogarithmischen Zahlen gearbeitet. Nur fünf Jahre später folgte das Modell Z3, das bereits „die erste voll funktionsfähige, vollautomatische, programmgesteuerte und freiprogrammierbare Rechenanlage – ein Prototyp des modernen Computers“ war (Technikmuseum 2019). Entgegen der weit verbreiteten Auffassung über die US-amerikanische Herkunft des ersten Computers, gilt Deutschland als die historische Wiege der digitalen Revolution. Nur 60 Jahre später gelingt es dem ersten IBM-Computer Deep Blue den Sieg gegen mehrfachen Schachweltmeister Garry Kasparov davonzutragen. Die Tragweite des digitalen Wunders lässt sich anhand von eindrucksvollen Leistungen der Algorithmen illustrieren[1]. Bei der fachmedizinischen Diagnose und Patientenbehandlung leistet die künstliche Intelligenz (KI) Watson eine kompetente Assistenz. Autonom gesteuerte Fahrzeuge gehören nicht mehr zum Repertoire der Science-Fiktion-Szene, sondern sind bereits die Realität (Mayer-Schönberger/Ramge 2017: 136ff). Die sprachbasierten Programmsysteme schreiben literarische Texte, während einige besonders musikalisch begabte Codes bald das Genie der weltberühmten Komponisten wie Beethoven oder Tschaikowsy in den Schatten stellen werden (Williams et al. 2019). Neben den faszinierenden Triumphen innovationstechnischen Fortschritts reifen nicht nur die Fragen nach ethisch-moralischen Aspekten dieser Entwicklung, sondern auch nach den zivilgesellschaftlichen, wirtschaftspolitischen und vor allem ökologischen Herausforderung und Perspektiven dieser Entwicklung. Der aktuelle IPCC-Sonderbericht informiert über den wissenschaftlichen Kenntnisstand zu den Folgen der globalen Erwärmung um 1,5 °C gegenüber vorindustriellem Niveau, die für die planetarischen Ökosysteme ein besorgniserregendes Risiko darstellt (IPCC 2019: 453ff). Das große Ziel dabei ist, im Rahmen des United Nations-Programms zu Sustainable Development Goals (SDG) die Reduktion der Treibhausgasemissionen zu erzielen. In Anbetracht der umweltinduzierten Entwicklungsdynamik wäre hier die Perspektive einer digital-ökologischen Synegrie denkbar. Die internationale wirtschaftspolitische Elite zweifelt nicht an der Umsetzbarkeit des ambitionierten Vorhabens, das die Einhaltung der bio-physischen Grenzen des Planeten mit technologischen Mitteln sichern soll (Fatheuer et al. 2015: 11-12).

Das Phänomen der Digitalisierung gilt als eine disruptive Innovation, die die Verschmelzung von komplexen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu einem hochleistungsfähigen und automatisierten Mechanismus markiert. Das BMWI plädiert für die umgehende Ausgestaltung des digitalen Wandels, der mit der Hoffnung auf die Steigerung des Lebensqualitäts verbunden wird. Die Chancen für Digitalisierung dürfen dabei nicht „verpasst werden“ (BMWI 2019/a). Die Welt soll der Logik der Technik folgen, indem jeder entlegenste Ort über einen Breitbandanschluss verfügen muss (Lange/Santarius 2018: 191-192). Aus diesem Grund wurde die Umsetzungsstrategie „Digitalisierung gestalten“ als Fortsetzung des politischen Leitkonzepts „Digitale Agenda 2014-2017“ im November 2018 von der Bundesregierung verabschiedet (vgl. ebd.). Die Leitidee der Strategie ist auf die Sicherung der ökonomischen Wettbewerbsfähigkeit und die Förderung von „Anwendungsmöglichkeiten von KI in allen Bereichen der Gesellschaft,“ die Wohlstand und Grundwerte sichert, ausgelegt. Ferner sollte „der Nutzen für Mensch und Umwelt“ in den Mittelpunkt gestellt werden (BMWI 2019/a). Allerdings wird in diesem Kontext nicht weiter ausgeführt, welchen konkreten Nutzen die IKT für die Umwelt mit sich bringen. An diese Divergenz möchte ich den Forschungsschwerpunkt anknüpfen und die Chancen und Risiken digitaler Technologien für die Umwelt herausarbeiten.

[1] Als weiterführende Literatur eignet sich das Buch von Udo Küppers „Die Humanoide. Herausforderung. Leben und Existenz in einer anthropozänen Zukunft (2018).

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Haze – eine Umweltkatastrophe hat einen Namen!

Kuala Lumpur liegt 355 km nördlich von Singapur und rund 1400 km entfernt von Borneo, vergleichbar mit der Strecke  Aachen-Madrid. Stellen Sie sich vor, in Madrid würden Wälder brennen, deren Auswirkungen im entfernten Aachen dazu führen, dass Kinder eine Woche nicht zur Schule gehen könnten, Menschen nur mit Mundschutz ihre Wohnungen verlassen dürfen, ja sogar in den Wohnungen Mundschutz tragen müssen und Kleinkinder unter Asthma leiden und sogar sterben. Solches passiert alle Jahre wieder in Malaysia – nur diesmal viel schlimmer.

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Waldschäden

Kurz reflektiert: Unsere Wälder im Klimawandel

Was für ein Sommer! Uns allen wird der diesjährige Rekordsommer noch eine Weile lebhaft im Gedächtnis bleiben – die Temperaturen in den Dachgeschosswohnungen ließen kaum Schlaf zu, unsere Gärten sind teilweise immer noch braun, die Regentanks leer. Doch wie geht es außerhalb der Stadt unseren Wäldern, nach einem erneuten heißen und trockenen Sommer?

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Baumschulen

pixabay

Klimawandel und die Probleme der Baumschulen

Die Landwirtschaft insgesamt steht aktuell vor großen Herausforderungen. Die Baumschulwirtschaft nimmt dabei in der öffentlichen Wahrnehmung eine Nischenrolle ein, dabei ist auch dort das Arbeitsumfeld insgesamt rauer geworden. Neben Umweltfaktoren sind dafür auch steigende Lohn- und Verwaltungskosten sowie ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften verantwortlich. Als eine der größten Herausforderungen gilt der Umgang mit dem Wetter.

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Ausstellung „Nachhaltigkeit“

Der Arbeitskreis „Nachhaltigkeit“ hat auf der Aachener Fair Trade Messe am 31.08.2019 im Rahmen unserer Informations-Ausstellung zum Thema „Nachhaltigkeit“ erstmals unseren Matrix-Entwurf für unternehmerische Nachhaltigkeit öffentlich präsentiert. Die für die Ausstellung konzipierten Info-Grafiken, die ab jetzt als Unterrichts- und Anschauungsmaterial bei uns buchbar sind, sollen anregen, darüber zu diskutieren, wie unser auf Wachstum und Konsum ausgerichtetes Wirtschafts- und Lifestylekonzept die Ressourcen und Ökosysteme unserer Erde unwiederbringlich aufbraucht und überlastet und welche Verantwortung wir alle für die Folgen dieser Übernutzung tragen.

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Partizipative Mitgestaltungsmöglichkeiten am agrarökonomischen Transformationsprozess – Vermarktungsstrategien für regional erzeugte Biolebensmittel

Im Rahmen des RWTH UROP-Forschungsprogramms bilanziert diese Studie, die für das Institut für Politische Wissenschaft im Themenbereich Regionale Resilienz- und Transformationsforschung (Betr. Dr. Raphaela Kell) angelegt wurde, die diversen Vermarktungssysteme, die insbesondere von den regional und ökologisch anbauenden Landwirten genutzt werden, um ihre Produkte zeitnah und preisgünstig anzubieten.

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Bürgerbeteiligung bei den Luisenhöfen Aachen: Eine Perspektive der resilienten Stadtplanung und -entwicklung

Im Rahmen des RWTH UROP-Forschungsprogramms bilanziert diese Studie, die für das Institut für Politische Wissenschaft im Themenbereich Demokratie- und Partizipationsforschung (Betr. Dr. Raphaela Kell) angelegt wurde, die Abläufe und Problemlagen des Aachener Beteiligungsverfahrens rund um die Bebauungsplänge der sogenannten Luisenhöfe. Till Sloane befasst sich mit grundsätzlichen Problemlagen partizipativer Stadtentwicklung und benennt im konkreten Fall der Luisenhöfe die Schwierigkeiten der Bürgerinitiative sich konstruktiv und im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung in die Ausarbeitung der Bebauungsplanung einbringen zu können.

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Neu-Aufstellung des Flächennutzungsplans (FNP2030) der Stadt Aachen

19.07.2019 | Der NABU-Stadtverband Aachen ist als gesetzlich anerkannter Naturschutzverband („Träger öffentlicher Belange“) maßgeblich an der Raumplanung in der Stadt Aachen – und damit an der Erstellung von Landschafts- (LP) und Flächennutzungsplan (FNP) – beteiligt. Wir setzen uns für eine naturverträgliche Städteplanung und eine Verminderung des Flächenverbrauchs ein, da der Flächenverbrauch, nach intensiver Land- und Forstwirtschaft, eine der wesentlichen Ursachen für den Verlust von Lebensräumen, Tier- und Pflanzenarten ist, auch in Aachen.

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