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Perspektiven ökologischer Transformation im digitalen Zeitalter

Einleitung | Die Z1 gilt als der erste Computer der Welt, der bereits 1936 den Beginn des Computerzeitalters eingeleitet hat. Bei diesem Modell handelt sich um eine frei programmierbare mechanische Rechenmaschine, die der gebürtige Berliner Konrad Zuse gebaut hat. Noch nie zuvor hat eine Machine mit binären halblogarithmischen Zahlen gearbeitet. Nur fünf Jahre später folgte das Modell Z3, das bereits „die erste voll funktionsfähige, vollautomatische, programmgesteuerte und freiprogrammierbare Rechenanlage – ein Prototyp des modernen Computers“ war (Technikmuseum 2019). Entgegen der weit verbreiteten Auffassung über die US-amerikanische Herkunft des ersten Computers, gilt Deutschland als die historische Wiege der digitalen Revolution. Nur 60 Jahre später gelingt es dem ersten IBM-Computer Deep Blue den Sieg gegen mehrfachen Schachweltmeister Garry Kasparov davonzutragen. Die Tragweite des digitalen Wunders lässt sich anhand von eindrucksvollen Leistungen der Algorithmen illustrieren[1]. Bei der fachmedizinischen Diagnose und Patientenbehandlung leistet die künstliche Intelligenz (KI) Watson eine kompetente Assistenz. Autonom gesteuerte Fahrzeuge gehören nicht mehr zum Repertoire der Science-Fiktion-Szene, sondern sind bereits die Realität (Mayer-Schönberger/Ramge 2017: 136ff). Die sprachbasierten Programmsysteme schreiben literarische Texte, während einige besonders musikalisch begabte Codes bald das Genie der weltberühmten Komponisten wie Beethoven oder Tschaikowsy in den Schatten stellen werden (Williams et al. 2019). Neben den faszinierenden Triumphen innovationstechnischen Fortschritts reifen nicht nur die Fragen nach ethisch-moralischen Aspekten dieser Entwicklung, sondern auch nach den zivilgesellschaftlichen, wirtschaftspolitischen und vor allem ökologischen Herausforderung und Perspektiven dieser Entwicklung. Der aktuelle IPCC-Sonderbericht informiert über den wissenschaftlichen Kenntnisstand zu den Folgen der globalen Erwärmung um 1,5 °C gegenüber vorindustriellem Niveau, die für die planetarischen Ökosysteme ein besorgniserregendes Risiko darstellt (IPCC 2019: 453ff). Das große Ziel dabei ist, im Rahmen des United Nations-Programms zu Sustainable Development Goals (SDG) die Reduktion der Treibhausgasemissionen zu erzielen. In Anbetracht der umweltinduzierten Entwicklungsdynamik wäre hier die Perspektive einer digital-ökologischen Synegrie denkbar. Die internationale wirtschaftspolitische Elite zweifelt nicht an der Umsetzbarkeit des ambitionierten Vorhabens, das die Einhaltung der bio-physischen Grenzen des Planeten mit technologischen Mitteln sichern soll (Fatheuer et al. 2015: 11-12).

Das Phänomen der Digitalisierung gilt als eine disruptive Innovation, die die Verschmelzung von komplexen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) zu einem hochleistungsfähigen und automatisierten Mechanismus markiert. Das BMWI plädiert für die umgehende Ausgestaltung des digitalen Wandels, der mit der Hoffnung auf die Steigerung des Lebensqualitäts verbunden wird. Die Chancen für Digitalisierung dürfen dabei nicht „verpasst werden“ (BMWI 2019/a). Die Welt soll der Logik der Technik folgen, indem jeder entlegenste Ort über einen Breitbandanschluss verfügen muss (Lange/Santarius 2018: 191-192). Aus diesem Grund wurde die Umsetzungsstrategie „Digitalisierung gestalten“ als Fortsetzung des politischen Leitkonzepts „Digitale Agenda 2014-2017“ im November 2018 von der Bundesregierung verabschiedet (vgl. ebd.). Die Leitidee der Strategie ist auf die Sicherung der ökonomischen Wettbewerbsfähigkeit und die Förderung von „Anwendungsmöglichkeiten von KI in allen Bereichen der Gesellschaft,“ die Wohlstand und Grundwerte sichert, ausgelegt. Ferner sollte „der Nutzen für Mensch und Umwelt“ in den Mittelpunkt gestellt werden (BMWI 2019/a). Allerdings wird in diesem Kontext nicht weiter ausgeführt, welchen konkreten Nutzen die IKT für die Umwelt mit sich bringen. An diese Divergenz möchte ich den Forschungsschwerpunkt anknüpfen und die Chancen und Risiken digitaler Technologien für die Umwelt herausarbeiten.

[1] Als weiterführende Literatur eignet sich das Buch von Udo Küppers „Die Humanoide. Herausforderung. Leben und Existenz in einer anthropozänen Zukunft (2018).

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Waldschäden

Kurz reflektiert: Unsere Wälder im Klimawandel

Was für ein Sommer! Uns allen wird der diesjährige Rekordsommer noch eine Weile lebhaft im Gedächtnis bleiben – die Temperaturen in den Dachgeschosswohnungen ließen kaum Schlaf zu, unsere Gärten sind teilweise immer noch braun, die Regentanks leer. Doch wie geht es außerhalb der Stadt unseren Wäldern, nach einem erneuten heißen und trockenen Sommer?

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Baumschulen

pixabay

Klimawandel und die Probleme der Baumschulen

Die Landwirtschaft insgesamt steht aktuell vor großen Herausforderungen. Die Baumschulwirtschaft nimmt dabei in der öffentlichen Wahrnehmung eine Nischenrolle ein, dabei ist auch dort das Arbeitsumfeld insgesamt rauer geworden. Neben Umweltfaktoren sind dafür auch steigende Lohn- und Verwaltungskosten sowie ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften verantwortlich. Als eine der größten Herausforderungen gilt der Umgang mit dem Wetter.

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Partizipative Mitgestaltungsmöglichkeiten am agrarökonomischen Transformationsprozess – Vermarktungsstrategien für regional erzeugte Biolebensmittel

Im Rahmen des RWTH UROP-Forschungsprogramms bilanziert diese Studie, die für das Institut für Politische Wissenschaft im Themenbereich Regionale Resilienz- und Transformationsforschung (Betr. Dr. Raphaela Kell) angelegt wurde, die diversen Vermarktungssysteme, die insbesondere von den regional und ökologisch anbauenden Landwirten genutzt werden, um ihre Produkte zeitnah und preisgünstig anzubieten.

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Bürgerbeteiligung bei den Luisenhöfen Aachen: Eine Perspektive der resilienten Stadtplanung und -entwicklung

Im Rahmen des RWTH UROP-Forschungsprogramms bilanziert diese Studie, die für das Institut für Politische Wissenschaft im Themenbereich Demokratie- und Partizipationsforschung (Betr. Dr. Raphaela Kell) angelegt wurde, die Abläufe und Problemlagen des Aachener Beteiligungsverfahrens rund um die Bebauungsplänge der sogenannten Luisenhöfe. Till Sloane befasst sich mit grundsätzlichen Problemlagen partizipativer Stadtentwicklung und benennt im konkreten Fall der Luisenhöfe die Schwierigkeiten der Bürgerinitiative sich konstruktiv und im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung in die Ausarbeitung der Bebauungsplanung einbringen zu können.

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Neu-Aufstellung des Flächennutzungsplans (FNP2030) der Stadt Aachen

19.07.2019 | Der NABU-Stadtverband Aachen ist als gesetzlich anerkannter Naturschutzverband („Träger öffentlicher Belange“) maßgeblich an der Raumplanung in der Stadt Aachen – und damit an der Erstellung von Landschafts- (LP) und Flächennutzungsplan (FNP) – beteiligt. Wir setzen uns für eine naturverträgliche Städteplanung und eine Verminderung des Flächenverbrauchs ein, da der Flächenverbrauch, nach intensiver Land- und Forstwirtschaft, eine der wesentlichen Ursachen für den Verlust von Lebensräumen, Tier- und Pflanzenarten ist, auch in Aachen.

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Rundbrief der Bürgerinitiative Luisenhöfe an die Aachener Bürger*innen

Liebe solidarisierende Initiativen für Klima, Umwelt und Wohnen und Aachener Mitbürger/-innen,

Die Stadt Aachen ist zur Zeit in einem Verfahren zur Festlegung eines neuen Flächennutzungsplans (FNP*2030).
http://www.aachen.de/de/stadt_buerger/planen_bauen/aachen2030/fnp_neu/index.html
In diesem wird unter anderem im „Block“ Boxgraben, Südstrasse, Reumontstrasse, Mariabrunnstrasse eine seit 1980 im Flächenutzungsplan ausgewiesene Grünfläche mit einer Größe von über 5.000 qm und einer großen Bedeutung für das lokale Stadtklima durch potentielles Bauland mit einer „Gemischten Baufläche “ abgeschafft.

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Banken,Finanzsystem,Geldsystem,Kreditsystem,Schuldgeld

Vollgeld

Zyklisch wiederkehrende Finanzkrisen legen den Gedanken nah, dass unser derzeitiges Finanzsystem einer Reform bedarf. Besonderes mediales Aufsehen erregte dabei die am 10. Juni 2018 abgehaltene, aber gescheiterte, Abstimmung über ein Vollgeldsystem in der Schweiz (vgl. SPIEGEL ONLINE GmbH & Co. KG, 2018).

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Widerstandsfähigkeit regionaler Wirtschaftskreisläufe: Resilienz durch EU-Subventionen stärken?

im Februar 2019 vorgelegt als Bachelorarbeit am Institut für Politische Wissenschaft der RWTH-Aachen

Nachdem im 20. Jahrhundert die Globalisierung und der freie Welthandel mit einem nie dagewesenen Tempo vorangetrieben worden sind, kommen seit der Finanzkrise 2008 immer mehr kritische Stimmen auf, die an diesem entwicklungs- und wirtschaftspolitischen Dogma zweifeln. Besonders mit den multiplen Krisen von 2007, dem Aufkommen des nationalistischen Populismus und den spürbaren Auswirkungen der Klimaerwärmung scheint die Zeit reifer denn je, alternative Modelle für Politik und Wirtschaft zu entwickeln.

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Landwirtschaft,Nahrungssicherheit,Welternährung

Die nachhaltige Ernährung der Weltbevölkerung

vorgelegt als Hausarbeit am Institut für Politische Wissenschaft der RWTH-Aachen

Die vorliegende Hausarbeit möchte der Frage nachgehen wie eine nachhaltige Ernährung der Weltbevölkerung aussehen kann. Dafür ist sie in zwei Teile unterteilt. Der erste Teil der Hausarbeit geht der Frage nach, warum die industrielle Landwirtschaft nicht in der Lage ist die Menschheit nachhaltig zu ernähren, warum sie es nie gewesen ist und warum sie es auch in Zukunft nicht sein wird.

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