Die politische Verantwortung des Einzelnen für den nachhaltigen Transformationserfolg

vorgelegt als Bachelorarbeit am Institut für Politische Wissenschaft der RWTH-Aachen University.

1. Einleitung

„Das ist eine Sache für Profis“, twitterte Christian Lindner am 10. März 2019 vor dem anstehenden Globalen Klimastreik der Fridays for Future-Bewegung und spielt darauf an, die „[…] globalen Zusammenhänge, das technisch sinnvolle und das ökonomisch Machbare [zu] sehen.“ (Twitter 2019: o.s.). Während Lind-ner sich einem Shitstorm von 2800 Kommentaren unter seinem Tweet an-schauen konnte, demonstrierten fünf Tage später insgesamt über 1,8 Millionen Menschen weltweit für ein besseres Klima (vgl. fridaysforfuture).
Die Gesellschaft setzt sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander, doch die interessierten Menschen teilen sich allmählich in zwei Lager. Das eine Lager sieht die Lösung oder Einhaltung der Klimaziele in der Zivilgesellschaft und fühlt sich als Einzelperson in der Verantwortung, etwas zu verändern. Sie achten als Konsumenten darauf sich nachhaltig zu verhalten, verzichten auf Plastik und Einwegrohstoffe, fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln und schließen sich der Fridays for Future-Bewegung an, um das Problem von unten bis hoch zur Bundesregierung durchdringen zu lassen und diese zur Veränderung zu bewegen. Die Anderen sehen die Lösung in der Politik, die von oben nach unten die Wirtschaft und letztendlich die Zivilgesellschaft verändern soll. Diese Seite empfindet keine Verantwortung sich selbst zu ändern, sondern will den Rahmen für die Veränderung gesteckt haben, bevor sie eine Veränderung vornimmt.
Doch gerade das Verhalten der Einzelpersonen findet immer wieder seinen Weg in die Medien und scheint Andere zu beeinflussen. Dies lässt sich anhand einiger Beispiele verdeutlichen. Es gibt mittlerweile über 100 Unverpackt-Läden in Deutschland, also in fast jeder großen Stadt die Möglichkeit, plastikfrei einzukaufen (vgl. enorm-Magazin 2019: o.s.). Die Deutschen setzen vermehrt auf Carsharing und der Anteil an Menschen mit eigenem Auto fällt mit sinkender Anzahl (vgl. Bundesverband Carsharing 2019: o.s.).

Angesichts des Bewusstwerdens in der Gesellschaft, könnte man meinen, dass sich die Einhaltung der selbst gesetzten Klimaziele der Bundesregierung problemlos verfolgen lassen. Die Zahlen dazu sprechen aber eine andere Sprache. Um diese Ziele zu erreichen, gibt es Wissenschaftler, die sagen, dass die
Verhaltensänderung der Einzelperson die einzige Möglichkeit ist, den Erfolg der nachhaltigen Ziele zu verzeichnen. Ob dies jedoch in der Form möglich ist und welche Verantwortung die Einzelperson am Erfolg dieses nachhaltigen Transformationsprozesses hat, ist fraglich.

Die vorliegende Arbeit soll der Frage nachgehen, welche politische Verantwor-tung die Einzelperson für den nachhaltigen Transformationserfolg hat und versuchen eine Antwort darüber geben, ob die Einzelperson für den möglichen Erfolg verantwortlich ist. Aufgrund von unterschiedlichen Meinungen in Deutschland wird eine kritische Analyse bezüglich Verantwortung und Problemlösung vorgenommen.
Um der vorab formulierten Fragestellung nachzugehen, muss zuerst der Begriff der Nachhaltigkeit definiert werden. Dabei wird zwischen dem Ursprung der Nachhaltigkeit und der Nachhaltigkeit in der Politik unterschieden, um die Veränderung in den dazwischen liegenden Jahren zu kennzeichnen und zu verdeutlichen, welche Transformation in der Definition stattgefunden hat hin zur Jetzigen, mit der im weiteren Verlauf gearbeitet wird. Anschließend soll die nachhaltige Transformation dargestellt werden, um einen genauen Eindruck zu vermitteln, anhand dessen die Verantwortung der Einzelperson hinterfragt werden kann. Zuvor wird die politische Verantwortung der Einzelperson dargestellt. Dazu wird untersucht, ob die Einzelperson die Verantwortung trägt, um danach den Hintergrund zu beleuchten, mit welcher Intention die Fragestellung gewählt wurde. Im weiteren Verlauf wird analysiert, in welcher Form die Einzelperson in der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung vorkommt. Dies ist wichtig, um die Diskrepanzen zwischen den unterschiedlichen Ideen und Ansätzen der Gesellschaft zu zeigen und dann der Frage nachzugehen, ob die nachhaltige Transformation entweder von oben nach unten oder andersherum verläuft. Diese zwei Möglichkeiten sind maßgebliche Unterschiede für den Erfolg der Transformation. Anschließend werden die Instanzen untersucht, die die Einzelperson in die Verantwortung stellen. Mit diesen wird sich anschließend kritisch ausei-nandergesetzt und diese Ansätze anhand ihrer Umsetzbarkeit bewertet, um der Forschungsfrage nachzugehen, welche politische Verantwortung die Einzelperson trägt und ob sie für den Erfolg der nachhaltigen Transformation
verantwortlich ist. Die Hinarbeitung zu dieser Frage wird daraufhin im Fazit noch einmal skizziert und danach wird eine Schlussfolgerung gezogen. Zum Schluss wird ein Ausblick gewagt, wie sich das Thema im weiteren Verlauf entwickeln könnte und wie es auch anhand der Quellen weitergeht.

Grundsätzlich soll die Arbeit aufgrund der Aktualität den zeitlichen Rahmen der letzen 19 Jahre ab 2000 einnehmen. Weil die Debatte jedoch literarisch in den letzten zehn Jahren aufgeflammt ist, soll die Literatur aus dieser Zeit genutzt werden, um die kritische Auseinandersetzung vorzunehmen. Für Definitionen und Bergriffserklärung kann die Literatur jedoch auch aus früheren Jahren stammen, weil zu Beginn eine Veränderung in der Zeit gezeigt werden soll.
Die Literatur bezieht sich hierbei auf die bekanntesten Theoretiker und Wissenschaftler auf diesem Gebiet, die auch teilweise in den letzten Jahren einen sehr hohen Stellenwert im Thema Nachhaltigkeit erlangt haben. Dazu zählen in erster Linie Niko Paech, Harald Welzer und Uwe Schneidewind. Gerade diese befassen sich mit dem Thema der Einzelperson in der Nachhaltigkeit. Deswegen werden ihre Werke zur kritischen Auseinandersetzung verglichen und kombiniert. Für die Begriffserklärung wurde eine Vielzahl an Werken ausgewählt um die unterschiedlichen Definitionen und die Veränderung dieser aufzuzeigen. Dabei werden oftmals ähnliche oder gleiche Quellen von den Verfassern verwendet. Trotzdem gibt es dabei Unterschiede in der Interpretation der Definitionen.

Auf Grund der Lesbarkeit wird in Fällen der geschlechtsspezifischen Nennung von Personen und Personengruppen nur das generische Maskulin verwendet. Bei einer Nennung von beispielsweise Konsumenten sind sowohl Konsumentinnen als auch Konsumenten gemeint, genau wie bei Bürgern sowohl Bürgerinnen als auch Bürger gemeint sind.

2. Begriffserklärung

Für das Aufzeigen der Zielsetzung der erfolgreichen nachhaltigen Transformation, wird im folgenden Kapitel zuerst die Nachhaltigkeit per Definition erklärt und folglich der Nachhaltigkeitsbegriff in der Politik dargestellt. Hierbei soll auch der Veränderungsprozess verdeutlicht und aufgezeigt werden. Mit diesen Begriffsdefinitionen wird anschließend beschrieben, was die nachhaltige Transformation beinhaltet und wie sie erfolgreich stattfindet.

2.1 Der Ursprung der Nachhaltigkeit

Eine wissenschaftlich anerkannte, allgegenwärtige Definition der Nachhaltigkeit gibt es nicht. Vielmehr existiert eine Vielzahl von unterschiedlichen Definitionsversuchen. Forschern aus verschiedenen Disziplinen wählen zumeist die für sie Passende. Im folgenden Kapitel wird hier die chronologische Entwicklung der Definitionen aufgezeigt.
Eine erste Erwähnung des Wortes Nachhaltigkeit gibt es 1713 in dem Werk „Silvicultura oeconomica“ von Hans Carl von Carlowitz. „Anbau des Holzes anzustellen daß [sic!] es eine continuirliche [sic!] beständige und nachhaltende Nutzung gebe weil es eine unentbehrliche Sache ist ohne welche das Land in seinem Esse [sic!] nicht bleiben mag“ (Grober 2013: 105). Eine direkte Definition kam aber erst später auf.
Erstmals tritt der Begriff der Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft auf, um „[…] ökomomische Erwägungen mit dem Faktor Natur in Einklang zu bringen“ (Kopfmüller 2012: 18f). Weil es aufgrund von großer Nachfrage nach Holz in vereinzelten Regionen in den Wäldern zur Übernutzung kam, sollte eine nachhaltige Forstwirtschaft entstehen. Dabei sollten in einem Jahr nur so viele Bäume gefällt werden, wie auch in diesem wieder nachwachsen. Vor dem 19. Jahrhundert beschrieb man diesen Nachhaltigkeitsbegriff mit der langfristigen Nutzung des Waldes bei einem stabilen und immer vorhandenen Holzertrags, welcher nur soweit genutzt wird, wie er sich reproduziert (vgl. Kreibich 1996: 21). Diese Definition wurde ergänzt, wodurch sie sich anschließend nicht mehr nur noch auf den Ertrag des Waldes, sondern auch auf Schutz vor Bodenerosion, Wasserspeisung und andere ökologische Schutzwirkungen bezog (vgl. Diefenbacher 2001: 59f.). In der Folgezeit wurde der von der Forstwirtschaft geprägte Begriff der Nachhaltigkeit genau so auf die Fischereiwirtschaft angewendet. Der Fischfang sollte so angepasst werden, dass die Reproduktionsfähigkeit der Fische bei gleichbleibender Anzahl gegeben ist (Kopfmüller 2012: 19). Mit diesen Definitionen wurde der Grundstein für den Nachhaltigkeitsbegriff an verbildlichtem Beispiel gelegt.
Eine der wichtigsten Definitionen wurde im Jahr 1982 in Nairobi auf einer Konferenz der „World Commission on Environment and Development“ von der „Brundtland-Kommission“ unter der Leitung von Gro Harlem Brundtland erarbeitet und 1987 verfasst (vgl. Diefenbacher 2001: 62f). „Dauerhafte Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“ (BMZ), diese „Brundtland-Definition“ genannte ist wohl die weit verbreitetste Beschreibung der Nachhaltigkeit und wird von vielen nachhaltigen Entwicklungsstrategien aufgegriffen. 1987 wurde die „Brundtland-Definition“ noch ausgeweitet:

„[Nachhaltige Entwicklung beschreibt] einen Prozess ständigen Wandels, dessen Ziel darin besteht, die Ausbeutung der Ressourcen, den Investitionsfluß, die Aus-richtung der technologischen Entwicklung und die institutionellen Veränderun-gen mit künftigen und gegenwärtigen Bedürfnissen in Einklang zu bringen“ (Krei-bich 1996: 25).

Mit dieser Ergänzung beschreiben folgende Nachhaltigkeitsbegriffe nicht mehr lediglich die Erhaltung und Intakthaltung der Umwelt, sondern nun auch die Bereiche Wirtschaft und Gesellschaft. Eine nachhaltige Entwicklung ist somit erst gegeben, wenn die drei Bereiche stabilisiert und integriert sind.
Die „Brundtland-Definition“ wurde in den Folgejahren trotz ihres hohen Renommee oftmals kritisiert, weil ihr erwähntes wirtschaftliches Wachstum zu großer Umweltzerstörung führen werde (vgl. Kreibich 1996: 26f.). Dies brachte eine weltweite Diskussion hervor. Als 1992 die Konferenz über Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen (UNCED) in Rio de Janeiro die nachhaltige Entwicklung als Leitziel für Entwicklungs- und Umweltpolitik machte, entwickelten diese mit Hilfe des ein Jahr vorher stattgefundenen „Hague Symposium“ das „[…] Konzept der nachhaltigen Entwicklung – Politische Grundaussagen“ und die „Umsetzungsfähige Handlungsanleitung“ (Kreibich 1996: 27f.). Eine wichtige Kernaussage war dabei:

„Die neuen Modelle einer nachhaltigen Entwicklung müssen die Menschen in den Mit- telpunkt der Überlegungen stellen, neue umweltfreundliche Technologien in alle In- vestitionsplanungen integrieren und Wege suchen, die Knappheit an Umweltressourcen bei zukünftigen Entscheidungsprozessen zu berücksichtigen.“ (Kreibich 1996: 28).

Damit rückte man erstmalig weg von der Wirtschaft als Erfolgsfaktor für eine nachhaltige Entwicklung hin zur Einzelperson als wichtigsten Punkt. Dies sah auch die nationale Politik und erarbeitete Strategien und Konzepte für eine nachhaltige Entwicklung. Außerdem war ein wichtiger Bestandteil der in Rio de Janeiro beschlossenen Agenda 21, in den Teilnehmerländern eigene nationale Nachhatigkeitsstrategien zu entwickeln und zu verfolgen (vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit: o.s.).

2.2 Der Nachhaltigkeitsbegriff in der deutschen Politik

Als die Gesellschaft für Markteting-, Kommunikations- und Sozialforschung im Zusammenschluss mit Universitäten aus Deutschland und der Schweiz eine Bevölkerungsbefragung durchführte um herauszufinden, wer von dem Begriff nachhaltige Entwicklung jemals gehört hatte, bejahten 1996 11 Prozent und im Jahr 1998 15 Prozent die Frage. In Folge dessen wurde von der deutschen Politik der Begriff Umweltbewusstsein verwendet (vgl. Diefenbacher 2001: 31f.).
Nach den schlechten Ergebnissen bei der Bevölkerungsumfrage wurde be-schlossen 2002 die erste deutsche Nachhaltigkeitsstrategie zu veröffentlichen. Dem ging voraus, dass sich die Bundesregierung 1999 mehr mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigte und 2001 den Rat für Nachhaltige Entwicklung ins Leben rief (vgl. Lexikon der Nachhaltigkeit: o.s.). Damit ging man zurück zur nachhaltigen Entwicklung und weg von dem Begriff des Umweltbewusstseins.
Die erste nationale Nachhaltigkeitsstrategie trug den Namen „Perspektiven für Deutschland“. Darin wurden sowohl das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung als auch strategische Lösungsansätze niedergeschrieben. Ein weiterer
wichtiger Punkt ist das Kapitel Bürgerinnen und Bürger, hierbei werden diese als Akteure der Nachhaltigkeit bezeichnet (vgl. Perspektiven für Deutschland). Damit rückt der Mensch wie bei der UNECD in Rio de Janeiro festgehalten auch in Deutschland ins Zentrum. Ab 2002 wurde im Zweijahresrhythmus eine überarbeitete Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht und alle vier Jahre einen Fortschrittsbericht herausgebracht.
Als die Vereinten Nationen im Jahr 2016 die Sustainable Development Goals veröffentlichten, um damit eine nachhaltige Entwicklung auf ökonomischer, ökologischer und sozialer Ebene zu gewährleisten und zu sichern, löste dies auch in der deutschen Politik eine Veränderung in der Nachhaltigkeitsstrategie aus (vgl. The Sustainable Development Agenda: o.s.). Die Strategie für das Jahr 2016 und 2018 orientierte sich von nun an an den Sustainable Development Goals (vgl. Bundesregierung). Somit findet der Begriff der Nachhaltigkeit Einzug in den alltäglichen Gebrauch der Bundesregierung und erhält unter anderem auch durch Fridays for Future Anklang in den Medien und der Gesellschaft.

2.3 Nachhaltige Transformation

Als nachhaltige Transformation kann der Veränderungsprozess in der Bundesrepublik bezeichnet werden, bei dem die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie umgesetzt werden soll. Zu jedem der 17 Sustainable Development Goals hat die Bundesregierung Indikatoren und Ziele festgelegt, die bis 2030 erfüllt sein müssen. Wo es in der Version von 2016 noch einen Status der Indikatoren gab, bei denen Wolken und Sonnenschein ausdrücken sollten, auf welchem Stand sich diese befinden, wurden die Indikatoren 2018 an diese angepasst und stehen ohne Indikatoren da (vgl. Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie). Die nachhaltige Transformation wird als Gemeinschaftswerk beschrieben, welches jedem nützt und somit jeder dazu beitragen kann. Es sind also alle gesellschaftlichen Bereiche angesprochen zur Veränderung, genau so wie Wirtschaft und Verwaltung beziehungsweise die staatliche Instanz. Das Ziel kann hier ähnlich der Definition gesetzt werden, also: seine Ressourcen so zu nutzen, dass künftige Generationen mit gleichen Standarts wie wir leben können (vgl. Kreibich 1996: 25). Wobei damit nicht gemeint ist, im Überfluss zu Leben und die Ressourcen zu überstrapazieren, sondern die Standarts so anzupassen, dass sie für alle er-reichbar sind und dem Planeten nicht schaden.

3. Die politische Verantwortung des Einzelnen

An dieser Stelle wird nun die Einzelperson für den nachhaltigen Transformati-onserfolg in Betracht gezogen. Neben Wirtschaft und Verwaltung, bilden diese drei Bereiche der Gesellschaft das Grundkonzept für einen nachhaltigen Transformationserfolg. In dieser Arbeit wird jedoch aufgrund des Umfangs nur die Einzelperson in den Vordergrund gestellt und betrachtet. Es wird nun zu Beginn die Frage gestellt, ob die Einzelperson die Verantwortung trägt, um anschließend herauszufinden, wer sie in diese Rolle stellt, um danach eine kritische Auseinandersetzung und eine Beurteilung vorzunehmen, nach welchem Handlungsprogramm gelebt werden soll.

3.1 Trägt die Einzelperson die Verantwortung?

3.1.1 Die Einzelperson in Nachhaltigkeitsstrategien

Es ist zu erkennen, dass bei der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie von 2018 kaum das Wort Einzelperson fällt, obwohl die Einzelperson ein wichtiger Be-standteil des Konstruktes ist. Dies ist vor allem zu erwähnen, weil sie von vielen Wissenschaftlern und Experten in den Mittelpunkt gestellt wird. In der Nachhaltigkeitsstrategie ist zwar die Rede davon, niemanden zurückzulassen, der nicht aus eigener Kraft an dieser Transformation teilnehmen kann, jedoch ist das eine Aufgabe, die die Bundesregierung sich selbst stellt und keine Einzelperson einbezieht. Außerdem setzt die Bundesregierung sich das Ziel, ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei den Menschen zu schaffen. In einem Nebensatz wird erwähnt: „Es gilt, das eigene Verhalten nachhaltig zu gestalten und Verantwortung für die globalen Auswirkungen unseres Verhaltens zu übernehmen […]“ (Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie: o.s.), wodurch klar wird, dass bei der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie ein anderer Fokus gelegt wird. Denn die eigentlichen Ziele, die an den Sustainable Development Goals angelehnt sind, zeigen zwar das Problem bzw. den Indikatorenbereich auf, an dem es gemessen wird, geben aber keine Handlungsanleitung oder ähnliches an, sondern nur Ziele für die Bundesregierung auf oberster Ebene. Zumeist wird Senkung, Anstieg oder Beibehaltung im Prozentbereich als Ziel verwendet, jedoch wird keine Hand-lungsanleitung oder Idee zur Umsetzung genannt. Dies ist bei keinem der 17 SDGs der Fall.
Bei den Sustainable Development Goals selbst, hat sich auf der Website der Vereinten Nationen etwas in die Richtung der Einzelpersonen getan. Unter jedem der 17 Ziele gibt es nun einen Vorschlag in Form von einem kurzen Satz, was man als Individuum tun kann. Gezielte Beispiele wie: „Verhindere Essen wegzuwerfen“, „Verhindere Wasser zu verschwenden“, „Fahr mit dem Fahrrad, lauf oder benutze öffentliche Verkehrsmittel, um die Luft in unseren Städten sauber zu halten“ und „Vermeide Plastiktüten, um unsere Meere sauber zu halten“ (The Sustainable Development Goals: o.s.), sollen zum Nachdenken und Handeln anregen. Weitere Handlungsanregungen gibt es neben den Fakten und den Zielen bei den Sustainable Development Goals aber nicht. Ebenso regen sie hier eher Regierungen, Verwaltung und Wirtschaft an als Einzelpersonen. Es lässt sich also festhalten, dass die Bundesregierung und die Vereinten Nationen die Einzelpersonen, an der Wichtigkeit gemessen, nicht an erster Stelle des nachhaltigen Transformationserfolgs sehen. Zu dieser Sichtweise gibt es zwei sich signifikant unterscheidende Theorien, wie eine solche Transformation erfolgreich werden kann.
Das Top-Down-Prinzip bezeichnet den Prozess der Transformation von obers-ter Instanz nach unten zum Individuum. Das heißt an diesem konkreten Bei-spiel, dass die Politik als oberste Instanz die Umsetzung der Nachhaltigkeits-strategie angeht und diese weiter nach unten in kleine Umsetzungen übergeht, bis mal letztendlich bei der Einzelperson angekommen ist. Man läuft also die hierarchische Leiter abwärts und teilt hier die Umsetzung der Ziele auf immer weniger hierarchische Bereiche auf (vgl. Projektmagazin: o.s.). Veranschaulicht werden kann dies an dem simplen Beispiel der Plastikvermeidung. Die Bundesregierung veranlasst, dass bis 2020 weniger Plastikmüll produziert werden soll, dies dringt vor bis zu den Supermärkten, die mehr loses Gemüse anbieten und geht weiter bis zur Einzelperson, die ab jetzt mehr loses Gemüse als
eingeschweißtes kauft.
Die zweite Idee ist das Bottom-Up-Prinzip. Hierbei ist die Einzelperson der Startschuss für den Prozess. Denn dabei wird die hierarchische Leiter hochge-klettert bis hin zur obersten Instanz. An dem verwendeten Beispiel findet dies wie folgt statt: die Einzelperson beschwert sich, dass es zu viel in Plastik eingeschweißtes Gemüse im Supermarkt gibt und teilt dies in einer Beschwerde dem Supermarkt mit. Dieser wiederum nimmt dies wahr und gibt es an den Chef des Supermarktes weiter, diese an den Zulieferer, was unter Umständen weiter bis zum Umweltminister und anschließend zur Bundesregierung durchdringt.
Mit dem Top-Down-Prinzip stellt die Bundesregierung die Einzelperson auf die unterste Stelle der hierarchischen Leiter. Somit wird die Einzelperson in den Nachhaltigkeitsstrategien der Bundesrepublik oder den Sustainable Develop-ment Goals für ein unwichtigeres Glied gehalten.

3.1.2 Wer stellt die Einzelperson in die Verantwortung?

Nachdem festzuhalten ist, dass die Bundesregierung die Verantwortung für einen nachhaltigen Transformationserfolg nicht in der Einzelperson sieht, ist nun der Frage nachzugehen, wer die Einzelperson in die Verantwortung stellt. Die wenigsten Instanzen verfolgen die Strategie, dass die Einzelpersonen zum nachhaltigen Transformationserfolg beitragen, weil sie in der Wirtschaft und auf der Verwaltungsebene größeres Potenzial und größeren Erfolg sehen. Es wird nach dem Top-Down-Prizip gehandelt und nicht nach dem Bottom-Up-Prinzip. Man will also über Verwaltung, Gesetze und Auflagen die Wirtschaft beeinflussen, die dann im weiteren Verlauf die Verbraucher oder hier die Einzelperson beeinflussen soll. Doch gegen diesen Trend des Top-Down-Prinzip, gibt es immer noch Verfechter des gegenteiligen Standpunktes.
Es sind in erster Linie die Wissenschaftler, dessen Literatur verwendet wird, die sich mit Transformationen, Wirtschaft und Nachhaltigkeit und die sich mit dem möglichen Erfolg durch die Einzelperson beschäftigen. Jedoch gibt es nicht besonders viele von ihnen. Es ist auffällig, dass sie ihre Idee der Verantwortung in vielen Fällen in Form von Literatur und Vorträgen darstellen, keinesfalls aber politisch auftreten oder ihre Thesen in anderer Form darstellen. In dieser Arbeit werden Werke von Niko Paech, Uwe Schneidewind, Thomas S. Kuhn und Harald Welzer als Wissenschaftler auf dem Gebiet verwendet, um sich kritisch mit den Handlungen der Einzelperson auseinander zu setzen. Dabei beziehen sie sich auch auf die unterschiedlichen Rollen der Einzelperson, in deren Form sie an der nachhaltigen Transformation teilnehmen können.
Eine weitere, vor allem aktuelle Instanz ist die Fridays For Future-Bewegung, die sowohl die Einzelperson in die Verantwortung nimmt und zum Protest auf-ruft, damit jedoch die Politik zum Handeln bewegen will. Damit deckt Fridays For Future nicht nur das Bottom-Up-Prinzip ab, indem sie die Politik bewegen wollen, sondern auch das Top-Down-Prinzip weil die Politik wiederum die Ein-zelperson beeinflussen soll.

3.2 Kritische Auseinandersetzung mit den Handlungen der
Einzelperson

Einer der größten Verfechter der Einzelperson im Zusammenhang mit der Nachhaltigkeit ist Niko Paech. Er sieht die Menschen gezwungen, sich auf ein „menschliches Maß“ (Paech 2016: 57) zurück zu sinnen. Damit ist gemeint, den Verbrauch seiner ökologischen Ressourcen auf ein Maß zu beschränken, mit dem, wenn alle Bewohner des Planeten sich ähnlich verhalten, die Erde diesen Verbrauch tragen kann. Nach dem Beirat für Globale Umweltveränderungen ergibt dies die CO2-Menge von 2,7 Tonnen für jeden Menschen. Dies sieht er als einzigen und letzten Weg dieses Klimaziel der EU zu erreichen. Bei 2,7 Tonnen CO2 pro Kopf sind keine längeren Flugreisen oder Güter aus fernen Ländern möglich (vgl. Paech 2016: 58). Dies liegt in der Hand der Einzelperson, denn diese kann sowohl auf Flüge verzichten als sich auch um Alternativen bemühen. Ein Urlaub in Griechenland am Meer kann beispielsweise durch eine Zugfahrt nach Italien ersetzt werden oder ein Meeting in New York durch einen Skype-Anruf. Die Einzelperson ist es, die verantwortlich ist, sich auf 2,7 Tonnen einzuschränken.
In diesem Zusammenhang sieht auch Harald Welzer, dass die Menschen in Deutschland immer mehr konsumieren, sich jedoch trotzdem als „nachhaltig“ oder „grün“ bezeichnen. Nach Welzer muss eine Art Bewusstseinsänderung stattfinden, die sich aber durch die langsam ändernden Umweltbedingungen als Nachteil erweisen (vgl. Welzer 2013: 34). Ein Dutzend unverpackter Äpfel aus Spanien oder Italien sind nicht nachhaltig und es müsste in der Rechnung von 2,7 Tonnen mit eingerechnet werden, dass die Äpfel von immer weiter weg kommen. Weil sich das Klima verändert, wird eine solche Bewusstseinsänderung nicht hervorrufen. Wenn es aber von einem auf den anderen Tag nur noch wenige Äpfel gäbe und diese nur noch aus Deutschland kämen, würde dies den Prozess möglicherweise beschleunigen. Jedoch sagt Welzer auch, dass Konsumenten nicht selbst gestalten, sondern nur reagieren können. Mit seiner reinen Kaufkraft kann er keine Veränderung im Supermarkt erreichen oder seine gekauften Güter verändern. Nur weil ein einziger Kunde auf eingeschweißte Äpfel verzichtet, wird der Supermarkt den Einkauf dieser Äpfel nicht einstellen. Hierzu muss er politisch werden und andere Menschen auf dieses Problem hinweisen und bewegen (vgl. Welzer 2013: 78f.).
Das Hinweisen auf solche Probleme spricht Uwe Schneidewind, ein Wirt-schaftswissenschaftler und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Bun-desregierung für Globale Umweltveränderungen, ebenso der Zivilgesellschaft beziehungsweise den Einzelpersonen zu. Diese müssen den Menschen, die keine Gefahr in der Veränderung des Klimas sehen, aufzeigen, dass es Prob-leme gibt und ihnen Handlungsalternativen vorleben (vgl. Schneidewind 2019: 301). Diesen Prozess, den er als „Great Turning“ betitelt, beschreibt er in drei Strategien des gesellschaftlichen Engagements. Als erstes ist „[…] die Funktion des Widerstandes gegen problematische aktuelle Entwicklungen“ (Schneidewind 2019: 304) aufzuführen, hierzu zählt beispielsweise das Hinweisen auf ökologische Gefahren. Diese Funktion wird „Mahner-Funktion“ genannt. Die zweite Funktion ist die „Mittler-Funktion“, dabei soll die Zivilgesellschaft sich und den Einzelpersonen einen Platz für neue und weitere „Mahner“ bieten oder für Personen, die ähnlich denken. Die dritte und letzte Funktion ist die „Motor-Funktion“. Hier sollen von den Einzelpersonen Handlungsalternativen und Lösungen von Problemen geschaffen werden (vgl. Schneidewind 2019: 305 f.). Diese Funktionen finden aktuell alle ihre Grundideen in der Fridays For Future-Bewegung wieder. Die Bewegung weist sowohl durch ihre Aktionen und Demonstrationen auf Probleme hin, bietet anderen Plattformen wie Teachers For Future oder Anhängern jeglicher Form und will auch durch ihre Kundgebungen und Forderungen diese Probleme anpacken und lösen. Somit erfüllt Fridays For Future die drei Funktionen des „Great Turning“ von Schneidewind.
Im Zusammenhang mit Schneidewinds „Great Turning“ sieht auch Niko Paech in der „Mittler-Funktion“ eine große Chance in Reparaturcafés und Zusammenschlüssen unter Nachbarn den Konsum zu verändern (vgl. Paech 2016: 120 ff.). Gerade diese zwei Möglichkeiten sollen die Einzelperson dazu anregen, den Konsum zu beschränken und nachhaltiger mit bereits erworbenen Produkten umzugehen. Man solle also lieber einen hochwertigen möglicherweise etwas teureren Laptop kaufen und diesen mit Reparationen am Leben halten und verbessern, als ihn zu entsorgen und sich immer wieder einen günstigen Neuen zu kaufen. Vor allem im Bezug auf die 2,7 Tonnen CO2 macht dies einen erheblichen Unterschied. Wenn in diesem Fall eine Reparatur teurer ist als ein günstiger neuer Laptop und man diese Reparatur nicht selbst vornehmen kann, bietet entweder ein Reparaturcafé die Möglichkeit, mit Hilfe von Fachpersonal mit dem nötigen Know-How den Laptop zu reparieren oder möglicherweise gibt es in der Nachbarschaft jemanden, der ihnen den Laptop repariert, wohin gegen sie etwas für diesen tun können, was ihren Stärken entspricht (vgl. Paech 2016: 120). Für dieses nachhaltige und überlegte Verhalten gibt es einen Namen: Sustainable Behaviour.
Dazu gehört aber nicht nur die Verantwortung der Einzelperson als Konsument, sondern auch die Verantwortung als sozialer Mensch in einem sozialen Raum. Das Teilen von großen Gartengeräten oder das gegenseitige Unterstützen mit Reparationen bedarf dem sozial Werden des Individuums.
Es erscheint den Meisten als einfacher, eine kaputte Kaffeemaschine durch eine halbstündige Fahrt zum nächsten Elektrogroßmarkt zu ersetzen, als sich selbst für mehrere Stunden, möglicherweise sogar Tage, vor Videos zur Repa-ratur oder an das reine Raparieren zu setzen. Dies bedarf Zeitmanagement oder zumindest an Paechs Beispiel dem sozialen Skill, seinen Nachbarn oder eine vernetzte Person um Hilfe zu bitten. Egoismus und gemeinschaftswidriges Handeln stehen hierbei dem Prozess im Weg.
Das gilt nicht nur für die Hilfe und den Austausch sondern auch für das An-schaffen von Großgeräten. Wenn sie sich in der Nachbarschaft mit vier Parteien
einen Rasenmäher teilen, muss ihnen bewusst sein, dass sie nicht alle gleich-zeitig Samstag Mittag den Rasen mähen können. Dies benötigt Absprachen und Einschränkungen. Auch bei diesem Beispiel wird es Menschen geben, die der Meinung sind, dass es einfacher wäre einen eigenen Rasenmäher nur für sich alleine zu besitzen, doch gerade das Teilen von solchen Dingen stellt die Gemeinschaft vor sehr geringen Aufwand (vgl. Paech 2016: 121f.).

Welzers Argument der „Motor-Funktion“ wird insofern von Paech aufgegriffen, dass es auch das Teilen von Geräten und verbinden zu sozialen Gruppen einer Person bedarf, die diese Idee vorlebt und teilt.
Nachdem zu Beginn des letzten Abschnitts festgestellt wurde, dass ein Teil der Nachhaltigkeit auf der Konsumenten-Ebene der Einzelperson stattfindet, soll nun Welzers These, dass die Einzelperson in ihrer Konsumentenrolle keine Veränderung bewirken kann und politisch werden muss, hinterfragt werden
(vgl. Welzer 2013: 79). Zur Prüfung, ob das politisch Werden ausreicht, um die große Transformation hervorzurufen, soll vorher geprüft werden, was Politik in diesem Zusammenhang bedeutet. Dabei wird immer von den drei Dimensionen der Politik gesprochen, der inhaltlichen Dimension „Policy“, der institutionellen Dimension „Polity“ und der politisch-systematischen Dimension „Politics“ (vgl. Schneidewind 2019: 328 ff.).
An dem konkreten Beispiel der großen Transformation müsse die „Policy“-Ebene die inhaltliche Politik betreiben und beispielsweise einen höheren Stel-lenwert auf Suffizienzpolitik legen wie dagegen mit dem Erlass eines Gesetzes für eine CO2-Steuer. So leicht, ist es im Normalfall jedoch nicht, weil Politik auf die Anliegen der Gesellschaft und deren Meinung eingehen muss. Auf eine CO2-Steuer gäbe es in diesem Zusammenhang auch Menschengruppen deren Job in Gefahr oder alltägliches Leben gefährdet wäre. So entstünde eine gespaltene Gesellschaft bestehend aus den Einen, die dieses Gesetz fordern, weil es sie nicht betrifft oder sie darin die Lösung sehen und den Anderen, die sich dagegen stellen. (vgl. Schneidewind 2019: 330f.). Die Bundesregierung müsste auf der „Polity“-Ebene die Grundlagen und Strukturen für solche Prozesse schaffen. Interessenverbände wie der NABU (Naturschutzbund Deutschland), müssten die Möglichkeit haben, ihre Ideen zu politischen Willensbildung beizutragen, genau so wie ein Automobilclub als möglicher Gegenspieler. Hierbei müssen beide die gleichen Rechte haben und mit ihnen argumentieren können (vgl. Schneidewind 2019: 332f.). „Denn auch eine Nachhaltige Entwicklung ist von der Idee der gleichen Rechte aller Menschen auf persönliche Entfaltung getragen […]“ (Schneidewind 2019: 332). Dies zeigt nochmals deutlich, dass beide Seiten in den politischen Prozess mit einbezogen werden müssen. Als letzte Dimension ist auch die „Politics“-Ebene mit dem Politikprozess zu verstehen.

„[Der Politikprozess] unterscheidet in der Regel sechs Stufen: […] das Agenda-Setting, in dem Probleme erkannt und für die politische Diskussion gerahmt werden, […] die Politikdiskussion, in der unterschiedliche politische Handlungsoptionen erzeugt werden, […] die konkrete Politikformulierung (z.B. in Form eines konkreten Gesetzesvorhabens), […] die Politikdurchsetzung (durch die Organisation von Akzeptanz und Mehrheit), […] die Politikumsetzung und Implementierung und schließlich […] die Eva-luation und An-
passung der Politiken.“ (Schneidewind 2019: 336)

Auch in dieser Dimension wird klar, dass beide Seiten Einfluss auf die Prozesse haben. Am Beispiel CO2-Steuer nimmt die Autoindustrie einen größeren Einfluss als die Verfechter dieser Steuer, die sie fordern.
Der ganze Prozess der drei Dimensionen muss immer betrachtet werden, wenn Änderungen und Einhaltungen von beispielsweise dem Klimapaket oder der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie gefordert werden. So schnell, wie auf den von der Fridays For Future-Bewegung geforderte Kohleausstieg oder das Dieselfahrverbot scheint die Politik nicht zu reagieren, begründet an den vielen Stufen, die eine Idee von einer Veränderung durchlaufen muss. Für Welzer kommt hinzu, dass es ein großes Problem in der Problembewältigung gibt. Denn für die Menschen, die eine Änderung fordern, ist es leichter, Handlungen von Politik und Wirtschaft als schlecht darzustellen, wohingegen es aber schwerer ist einen Beitrag dazu zu leisten dies zu ändern. Welzer nennt als Beispiel Monsanto und Coca-Cola und sieht ganz klar, dass diese Firmen ihre Produkte für die Einzelperson anbieten. Es ist einfacher, jemand anderem die Schuld zu geben, als einem selbst (vgl. Welzer 2013: 104). Hier jedoch muss sich die Einzelperson mit ihrem Konsum auseinander setzen, weil sie als Konsument ihren eigenen positiven Beitrag leisten muss, sei es durch den Verzicht auf den Erwerb oder das dagegen Aussprechen, wobei wir hier wieder auf der
Konsumentenebene wären. An diesem Beispiel erhoffen sich die Konsumenten durch das Bottom-Up-Prinzip von unten nach oben durchzudringen und eine Änderung vorzunehmen. An diesem von Welzer gewählten Beispiel Coca-Cola lässt sich dies auf der Konsumenten-Ebene durchspielen. Die Einzelperson verzichtet auf den Kauf von Coca-Cola-Produkten und wird politisch, indem sie andere Menschen darauf aufmerksam macht, ebenfalls keine Produkte von diesem Hersteller mehr zu kaufen. Nachdem sich die Menschen beispielsweise zu einer Interessengemeinschaft zusammenfinden, gewinnt die „Anti-Coca-Cola-Bewegung“ an Anhängern, wird einflussreicher und gewinnt auch in der Politik einen höheren Stellenwert. Letzten Endes könnte dies dazu führen, dass Coca-Cola aufgrund des Interesses der Gesellschaft seinen Verkauf in Deutschland einstellen muss. Dieser Ausgang des Beispiels scheint auf den ersten Blick unmöglich, wäre aber so durchsetzbar. Das Problem, dass sich an dieser Stelle dem Prozess in den Weg stellt, nennt Welzer postwendend. Eine Art politischer Protest gegen Coca-Cola würde die Menschen, die hinter dem Produkt stehen und es tagtäglich konsumieren, nicht davon aufhalten es weiter zu kaufen geschweige denn, ein paar Cent mehr zu bezahlen. Dies macht er anhand des Beispiels E10 fest, weil es bei der Einführung viele Autofahrer gab, die für das normale Benzin ein paar Cent mehr ausgaben (vgl. Welzer 2013: 77).
Es ist zu erkennen, dass die Rolle des Konsumenten und das politische Indivi-duum in gewisser Weise von einander abhängen beziehungsweise aufeinander aufbauen. Denn gerade dieser Prozess „vom bewussten Konsumenten zum transformativen Bürger“ (Schneidewind 2019: 456) ist wichtig, um den Erfolg der nachhaltigen Transformation zu gewährleisten. Damit diese Transformation jedoch gelingen kann, wird klar, dass es nicht sinnvoll ist, bekannte Strukturen nur negativ darzustellen, sondern positive Gedankengänge und Verhaltensmuster vorleben zu müssen.Dies kann sowohl alleine passieren und einen kleinen Kreis adressieren aber auch in größerem Stil passieren. Eine Möglichkeit ein Verhaltensmuster vorzuleben und dabei politisch zu werden, um etwas zu bewegen und auf etwas aufmerksam zu machen, ist die Revolution. Es gab schon immer Menschen, die das aktuelle gesellschaftliche oder politische Konstrukt hinterfragt haben und zu Revolutionen aufgerufen haben. Oft sahen sie dies als einzigen Ausweg an. Thomas Kuhn macht das am Beispiel der Wissenschaft deutlich. Es muss immer Menschen geben, die die Wissenschaft hinterfragen und oder diese überprüfen (vgl. Kuhn 2017: 51f.). Dies lässt sich auch auf das politische oder gar nachhaltige Verhalten übertragen. Der Großteil der Gesellschaft hat die letzten 50 Jahre mit Kunststoffverpackungen und Dieselautos gelebt, aber dies zu hinterfragen und anzuzweifeln, ist wichtig. Wie es aber in diesem Zusammenhang zu einer Revolution kommt, wie es das aktuelle Beispiel der Fridays For Future-Bewegung ist, bedarf einer Klärung. Die Fridays For Future-Bewegung hat sich das Ziel gesetzt, eine Politik zu fordern, die der größten Aufgaben des 21. Jahrhunderts nachgehen muss: der Klimakrise. Die Klimastreik-Bewegung fordert die Menschen auf, auf die Straße zu gehen und sich für das Ziel einzusetzen, die globale Erwärmung bei unter 1,5 Grad Celsius zu halten. Dies wird so lange getan bis von der Politik gehandelt wird (vgl. Fridays For Future Deutschland). Kuhn nennt hierzu drei typische Beispiele für den Beginn einer Revolution, die sich in unserem Beispiel auch bei Fridays For Future anwenden lassen. „In jedem Falle trat eine neue Theorie erst zutage, nachdem eine normale Problemlösungstätigkeit offensichtlich versagt hatte.“ (Kuhn 2017: 87). An aktuellem Beispiel war dies der Fall, denn die Politik konnte durch ihre Nachhaltigkeitsstrategie keine genauen Lösungsansätze anbieten, sondern diese zwar aufzeigen aber keinen Anschein zum Handeln machen (jedenfalls in den Augen der Fridays for Future-Aktivisten). „Die neue Theorie scheint eine unmittelbare Antwort auf die Krise zu sein.“ (Kuhn 2017: 87), auch dies lässt sich wohl übertragen. Die Forderungen, SUVs zu verbieten sowie die Einschränkungen des Handels auf planetare Grenzen scheinen eine Antwort zu sein, die Krise abzuwenden. Man erhofft sich mit dieser Reaktion, Wissenschaftler aufmerksam zu machen, die durch faktenbasierte Veröffentlichungen und Studien einen ganz anderen Einfluss auf Politik und Verwaltung haben, als eine revolutionäre Streikbewegung. Diese sollen im Anschluss gezielte Alternativen entwickeln und verbreiten, die gerade das vorleben, was Welzer als positives Vorleben im Gegensatz zum negativen Fingerzeig beschreibt. Welzer selbst verfasste dazu „12 Regeln für erfolgreichen Widerstand“ (Welzer 2013: 293). Die wichtigsten zu erwähnenden Regeln sind: „4. Hören sie auf, einverstanden zu sein.“, „5. Leisten sie Widerstand, sobald sie nicht einverstanden sind.“ und „10. Sie haben keine Verantwortung für die Welt.“ (Welzer 2013: 293). Regel 4 und Regel 5 sind so interpretiert auf Fridays For Future übertragbar, können aber auch auf andere Widerstände übertragbar sein, wie sie bereits zuvor gegen Coca-Cola oder andere erwähnt wurden. Was jedoch kritisch zu betrachten ist, ist Regel 10. Es scheint als würde Regel 10 mit allen anderen Regeln brechen, und die Verantwortung vom Individuum abwenden. Denn wie bereits erarbeitet, ist es die Einzelperson, die etwas bewirken kann. Wenn wir anhand unserer bisherigen Analyse das Top-Down Prinzip erklärt haben, dass durch den Konsumenten der politisch wird und Widerstand ausübt, die Trans-formation von unten gestartet wird, bis hin zur Bundesregierung, dann scheint dies nicht zu korrelieren. Was in diesem Zusammenhang jedoch eine passende Interpretation wäre, ist der Verweis auf die Bundesregierung, weil diese die Instanz ist, die letzten Endes beeinflusst werden soll und große Entscheidungen für große Veränderungen trifft. Es kann also so verstanden werden, dass die Einzelperson nicht alleine verantwortlich für die Welt ist, sie aber trotzdem etwas tun muss.
Kuhn macht jedoch auch darauf aufmerksam, dass die Anpassung der Forde-rungen hin zum Naturzustand schwierig sind. Man darf sich also nicht zu Aufgabe machen, beispielsweise mit der Fridays For Future-Bewegung alle Menschen zu erreichen, sondern muss sich bewusst werden, dass spätestens wenn das Ziel erreicht ist, sich alle Menschen anpassen müssen an eine geforderte Änderung der Bundesregierung (vgl. Kuhn 2017: 95). Hierzu wählt Kuhn ein Beispiel, dass den Verlauf aufzeigen soll. Setzt man einer Versuchsperson eine Brille mit Umkehrlinsen auf, so dass diese alles auf dem Kopf sieht, wird sie zu Beginn mit der Situation überfordert sein. Nachdem sich die Person aber an die Situation gewöhnt hat und damit umzugehen weiß, werden die Dinge wieder klar (vgl. Kuhn 2017: 124). Die Umkehrbrille steht hierbei metaphorisch für die neuen Rahmenbedingungen, die nach der möglichen großen Transformation oder der erfolgreichen nachhaltigen Transformation an der Tagesordnung sind. Andererseits können sie auch als Motivation für die Einzelperson dienen, sich so einzuschränken, wie es nach Paech nötig ist, um die Klimakatastrophe abzuwenden. Wobei menschliches Maß als Indikator oder Umkehrbrille einer genaueren Definition bedarf als Paech sie benennt (vgl. Paech 2016: 58ff.).
Obwohl Niko Paech sich bewusst ist, dass die von ihm aufgezeigte Postwachstumsökonomie anfänglich von einer Minderheit der Gesellschaft akzeptiert werden würde (vgl. Paech 2016: 143), zeigt Kuhns Umkehrbrille eine Möglichkeit auf. Denn die kleinste Revolution oder Änderung der Natur taucht zuerst in dem Kopf einer oder weniger Personen auf (vgl. Kuhn 2017: 155). Sowohl Niko Paech als auch Thomas S. Kuhn verweisen mit diesen beiden Argumenten auf das Bottom-Up-Prinzip und dem Start eines Gedankens von unten nach oben, angefangen bei der Einzelperson bis hoch zur obersten Instanz, der Bundesregierung. Dieses Prinzip verdeutlicht Kuhn ebenfalls. Zu Beginn sind es wenige Anhänger, doch mit ansteigender Anzahl an Wissenschaftlern, Artikeln in Zeitungen und Büchern steigt die Zahl der Anhänger und damit auch die Medienaufmerksamkeit. Kuhn ist sich sicher, dass es immer einen kleinen Teil an Menschen gibt, die sich selbst nach der großen Transformation oder Revolution gegen die neue Natur stellen (vgl. Kuhn 2017: 169f.). Gerade diese letzten übergebliebenen „Gegner“ der neuen Natur sind es, die man selbst mit den einfachsten Formen der Veränderung nicht überzeugen kann. Der pure Verzicht und nicht Neuanschaffen von Dingen scheint dabei das einfachste der Welt zu sein. Doch gerade das ist es, was diese kleine Zahl an Personen vor Probleme stellt. Entgegen neuer Gesetze und neuster Innovationen und vor allem entgegen den alten Verhaltensweisen, scheint dies ihr Weltbild zu sehr zu erschüttern (vgl. Paech 2016: 145).

Egal ob bei der Einzelperson als Konsument, als politisch werdendes Individu-um oder als sozial werdendes Individuum, es wird immer wieder Rückschläge geben und Rückschritte in der angestrebten Transformation. Doch diesen be-darf es zu widerstehen.
Bei einer Idee oder einer Forderungen an die Politik wird es immer Gegner ge-ben, die mit dem genauen Gegenteil argumentieren. Dies ist vollkommen nor-mal, darf die Einzelperson jedoch nicht davon abbringen an ihren Prinzipien festzuhalten. Zu Bedenken ist, dass es diese bei jedem erdenklichen Gesetz gegeben hat (vgl. Kuhn 2017: 92). Am aktuellen Beispiel der Fridays For Future Bewegung, die eine hochpreisige Besteuerung der Treibhausgase gefordert hat, zeigt sich ein Rückschlag. Anstatt einem hohen Preis auf eine Tonne CO2 hat sich der Preis um 10€ auf 35€ und nicht wie von Fridays For Future gefordert, auf 180€ erhöht (vgl. Bayrischer Rundfunk). Auch Welzer geht in einer seiner zwölf Regeln auf Rückschläge ein: „ 9. Rechnen sie mit Rückschlägen, vor allem solchen, die von Ihnen selbst ausgehen.“ (Welzer 2013: 293). Damit will er auf die Gedankengänge verweisen, die bei scheinbarem Misserfolg der Einzelperson dafür sorgen können, von seinem Ziel oder seinem Widerstand abzuweichen.
Dass alle vier Autoren auf die möglichen Probleme und Rückschläge eingehen, zeigt, dass diese normal sind, aber trotzdem gesondert berücksichtigt werden müssen, da es sich um einen Prozess vom Konsumenten zur politischen und zur sozialen Einzelperson handelt, bei dem auf jeder Stufe sowohl einzelne positive als auch negative Faktoren einhergehen. Dabei kommt es nicht auf die Gewichtung der positiven und negativen Faktoren an, sondern mehr auf die Einfachheit der Umsetzbarkeit beziehungsweise die es dieser Bedarf und mit welchen weiteren Verkettungen von Handlungen diese zusammenhängen. Dies sollte vor allem am durchschnittlichen Deutschen als Einzelperson untersucht werden, um die Beurteilung so neutral wie möglich zu gestalten. Den Durchschnittsdeutschen als sich bereits nachhaltig verhaltend darzustellen, wäre in diesem Zusammenhang eine Fehlinterpretation der Einzelperson, anhand derer dieses Kapitel kritisch hinterfragt wurde.

3.3 Bewertung der Umsetzbarkeit für Einzelpersonen

Nachdem sich mit den Handlungen der Einzelperson kritisch auseinander ge-setzt wurde, soll nun eine Bewertung der Umsetzbarkeit folgen. Dafür sollen die Handlungsmöglichkeiten im Kapitel zuvor bewertet werden.
Niko Paechs Besinnung zurück zum menschlichen Maß erscheint auf den ersten Blick durchaus umsetzbar. Der Verzicht auf Flugreisen und überflüssige Autofahrten bedarf keiner großen Einschränkung, sondern viel mehr einer Umgewöhnung beziehungsweise Alltagsverhaltensänderung. Damit ist nicht gemeint, dass Flüge zum menschlichen Alltag gehören, sondern zum Alltag gehören einfache Dinge wie der Verzicht auf Konsumgegenstände, die eine hohe CO2-Bilanz haben. Diese Bewusstseinsänderung soll nach Paech angestrebt werden, um seinen CO2-Verbrauch auf 2,7 Tonnen zu beschränken. Es ist möglich die inhaltlichen Kriterien von Paech zu Erfüllen, erscheint das Erreichen der angestrebten 2,7 Tonnen pro Jahr utopisch. Wenn man davon ausgeht, dass der durchschnittliche Deutsche im Jahr 11,3 Tonnen CO2 pro Kopf ausstößt und davon 36% also vier Tonnen CO2 alleine für das Wohnen und 12,3% sprich und 1,3 Tonnen für die Ernährung verbaucht werden, scheint dies als äußerst schwierig. Man muss jedoch betonen, dass Niko Paech hierbei darauf verweist, dass es sich mit 2,7 Tonnen um den Wert handelt, der erreicht werden müsste, um die Klimaerwärmung noch stoppen zu können. Der wichtige Punkt ist also die Bewusstseinsveränderung, sich diesem Problem bewusst zu sein und dies selbst in die Hand zu nehmen (vgl. Tagesschau 2019: o.s.).

Harald Welzers Veränderung der Kaufkraft des Konsumenten lässt sich definitiv als umsetzbar einstufen. Auch hier muss ein Prozess des Konsumbewusstseins eintreten. Jedoch ist es hierbei unentbehrlich, diesen Konsum zu planen und geplant durchzuführen. Wenn der Supermarkt um die Ecke nur eingeschweißte Karotten verkauft, muss der bedachte Konsument einen gegebenenfalls weiteren Weg in Anspruch nehmen, um an unverpacktes Gemüse zu kommen. Der Prozess der einer einfachen Planung bedarf, ist dabei jedoch kein ausschlaggebender Punkt für eine Veränderung der Produktsituation des Supermarkts. Um diese zu verändern, muss der Konsument politisch werden und dabei mehrere Funktionen erfüllen.

Das Ausüben der „Mahner“-, „Mittler“ und „Motor“-Funktion spielt hierbei eine wichtige Rolle bei der Umsetzbarkeit. Durch die Verknüpfung vom Konsumen-ten zum politisch werdenden Individuum ist der Grundstein für die „Mahner“-Funktion gelegt. Wer sich dazu entschieden hat, sein Konsumverhalten einem Wandel zu unterziehen, der ist sehr wahrscheinlich in der Lage, andere Men-schen auf dieses Verhalten aufmerksam zu machen und versucht dadurch dieses bei anderen hervorzurufen. Den nächsten beiden Funktionen bedarf es dem sozial Werden des Individuums. Auf das sozial Werden an sich wird im späteren Verlauf dieses Kapitels eingegangen. Um der „Mittler“-Funktion ge-recht zu werden wird vorausgesetzt, dass die Einzelperson interessiert daran ist, sein Verhalten sozial an Andere weiterzugeben. Dabei spielen der Zeit- und Aufwandsaspekt ebenfalls eine wichtige Rolle. Diese sind zu beachten, weil sie die einfache Umsetzung gefährden. Wer eine 40 Stunden Woche mit langen Fahrten zur Arbeit hin und von der Arbeit zurück hat, muss ein größeres Opfer bringen und mehr Zeit finden als ein Student oder Halbtags-Beschäftigter. Die „Mittler“-Funktion stellt in diesem Gefüge die am schwierigsten umzusetzende Rolle dar. Die „Motor“-Funktion, bei der Handlungsansätze vorgelebt werden sollen, passiert hier fast unterbewusst und mit wesentlich weniger zeitlichem Aufwand. Sein Essen vorgekocht in einer Glasdose mit zum Arbeitsplatz zu bringen, anstatt in Plastik verpacktes Essen vom Lieferdienst zu bestellen, lebt eine andere Lebensweise mit geringem Aufwand vor und wird zum Gesprächsthema werden.
Im Zusammenhang mit der schwerer umzusetzenden „Mittler“-Funktion lässt sich Paechs Vorschlag von Reparaturcafés und anderen Zusammenschlüssen sozialer Art weniger leicht umsetzen. Der Zeitaspekt spielt dabei auch hier eine wichtige Rolle, wobei man die Zeit bei einer Neuanschaffung eines Geräts ebenfalls einplanen muss. Es ist klar, dass eine Reparatur mehr Zeit einnimmt als eine kurze Fahrt in den nächsten Elektromarkt, jedoch kann durch die bereits erwähnte Bewusstseinsänderung auch die Zeit dafür eingeplant werden. Das Entscheidende an der Umsetzbarkeit im Bereich des Sozial-Werdens ist der Prozess des Sozial-Werdens an sich. Es Bedarf eines gewissen Selbstbewusstseins und einer Zurücknahme der eigenen Bedürfnisse. Mit den Bedürfnissen ist dabei Verzicht und Zurücknahme nach alten Mustern gemeint. Wie am Beispiel erwähnt, kann es bei einem Zusammenschluss von Gruppen zur Nutzung eines Rasenmähers vorkommen, dass dieser zu der Zeit, wo sie das Gerät nutzen wollen, bereits in Gebrauch ist. Dies soll aber in keinem Fall dazu beflügeln sich ein eigenes Gerät anzuschaffen. Dieser Vorgang bedarf auch gegebenen Rahmenbedingungen, die geschaffen sein oder geschaffen werden müssen. Es ist hierbei zum Beispiel durchaus umsetzbar der Initialzünder für die Bildung eines solchen Zusammenschlusses zu sein.
Das aktuelle und wahrscheinlich zur Zeit einfachste Beispiel diese Funktionen zu erfüllen ist die Fridays For Future-Bewegung. Eine solche Bewegung sagte Klaus Wiegand bereits 2016 voraus:

„Eine […] Form, im Klimaschutz mehr Demokratie zu wagen, wäre das Unterfangen, eine zunächst national wachsende Massenprotestbewegung unter dem Dach des Kli- maschutzes zu initiieren und organisieren.“ ( Wiegandt 2016: 489)

Hier gehen alle Rollen von den erwähnten Wissenschaftlern in gewisser Weise einher und auch die Umsetzbarkeit wird von Seiten der Bewegung erfüllt beziehungsweise angestrebt. Das Politisch-Werden ist mit dem Aufruf zum Protest abgedeckt und auch der Ort und die Rahmenbedingungen sind durch die Größe der Bewegung gegeben. Der soziale Aspekt verschwindet durch die bereits gegründeten Gruppierungen. Dies macht es noch einfacher umsetzbar, sich nachhaltig zu verhalten. Ein Argument, was bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht aufgetaucht ist, ist im sozialen Bereich das Anschließen an bereits bestehende Gruppierungen und Institutionen. Es reicht in diesem Beispiel aus sich anzuschließen und bedarf keiner Pionierrolle. Dies ist für die Umsetzbarkeit von hohem Stellenwert. Dieser Gedankengang wurde dabei noch nicht aufgezeigt. Eine solche Bewegung existierte jedoch nicht vor oder während des Verfassens der verwendeten Literatur. Das zeigt, dass das Gedankengut sich aber anwenden lässt und eine solche Anwendung gefunden hat.
Auch die von Kuhn aufgeführte Revolution wird durch die Fridays For Future-Bewegung abgedeckt. Diese legt die veralteten Muster und Verhaltensweisen der Bundesregierung offen und kritisiert diese öffentlich. Angefangen mit einer kleinen Protestbewegung bis hin zu einem weltweiten Phänomen ist das Anschließen einfach und kann sogar anonym geschehen. Doch auch das eigene Organisieren eines Protestes ist in der jetzigen Zeit umsetzbar. So zeigen auch die kleineren Demonstrationen von Teachers for Future oder Scientist for Future, dass der Zeitgeist der Richtige ist.
Ein besonderes Augenmerk muss jedoch auf die „12 Regeln für den erfolgrei-chen Widerstand“ von Harald Welzer gelegt werden. Diese sind nicht gezielt auf eine Handlung hin formuliert, aber sind übertragbar auf alle vorher erwähnten Bereiche. Dies ist der Grund, warum sie gut umsetzbar und der Einzelperson eine gute Hilfestellung sind. Die Anwendbarkeit bedarf jedoch einem kritischen Hinterfragen der Regeln und seinem Vorhaben, an dem sie angewendet werden. Auch dieser Punkt macht deutlich, dass das Bewusstsein da sein muss, vom leichten Weg abzusehen und dies mit einem Mehraufwand verbunden ist. Was außerdem positiv herauszustellen ist, ist dass Welzers Regeln keinen Fingerzeig oder Verbot im Sinne von „Verzichte“, „…nicht“ oder „Ändere…“ sind, sondern eine positive Vorlage, die sich übertragen und interpretieren lässt. Wer diese Regeln befolgen will, wird sie auf alle Bereiche anwenden können und dabei erfolgreich sein.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Bewertung der Umsetzbarkeit mit Vor-sicht zu betrachten ist. Die einzelnen aufgelisteten Punkte scheinen im ersten Moment ohne Probleme umsetzbar zu sein, setzen aber voraus, dass der Wille dazu da ist, altes Gedankengut und bekannte Randbedingungen zu umgehen und sich auf die neuen Gedankengänge zu beziehen. Dabei ist es vor allem der soziale Aspekt, der einer besonderen Betrachtung bedarf. In der Einfachheit und in den verwendeten Werken formuliert, scheinen diese einfach und es wird immer wieder auf mögliche Fehlschläge und Probleme hingewiesen. Dies soll es für Leser und im Endeffekt die Einzelperson einfacher machen mit diesen umzugehen und Fehlschläge zu verarbeiten.
Wenn man nach den drei erarbeiteten Rollen vorgeht, scheint die Rolle des nachhaltigen Konsumenten die einfachste Rolle zu sein. Diese handelt von Verzicht und Besinnung, denen es aber in der jetzigen Gesellschaft trotzdem an Zielstrebigkeit bedarf. Seine Käufe oder Aktivitäten zu hinterfragen ist dabei ein deutlich umsetzbarer Punkt. Die Rolle des Politisch- und Sozial-Werden scheint auf den ersten Blick schwerer, ist bei genauerer Betrachtung jedoch trotzdem machbar, wenn man sich den Problemen und dem Ziel bewusst ist.

4. Fazit

In der vorliegenden Bachelorarbeit wurde untersucht, welche politische Verantwortung die Einzelperson für den nachhaltigen Transformationserfolg hat und ob sie für den möglichen Erfolg verantwortlich ist.

Zu Beginn wurde in die Arbeit eingeleitet und die Heranführung an das Thema vorgenommen. Dabei wurde der aktuelle Bezug hergestellt, der für die Auswahl des Themas wichtig war, nämlich die Teilung der Gesellschaft in zwei Lager zur Lösung des Klimaproblems und zur Einhaltung der deutschen Nachhaltigkeitsziele. Im Bezug auf die Einleitung wurde dann die Fragestellung formuliert und anschließend die Vorgehensweise skizziert. Danach wurde die Quellenlage aufgezeigt und anhand derer die Auswahl der Literatur begründet.
Im zweiten Kapitel wurde die Begriffserklärung vorgenommen. Die Definition der Nachhaltigkeit wurde durch den Ursprung dieser und der Nachhaltigikeit in der Politik durchgeführt. Wichtig war es den Veränderungsprozess über die Jahre von ersten Definitionsversuchen bis hin zur Gegenwart darzustellen. Daraufhin wurde die nachhaltige Transformation definiert, um alle wichtigen Begriffe die verwendet wurden, zu erklären.
Kapitel drei ist der inhaltliche Hauptteil der Arbeit und leitet mit der Frage, ob die Einzelperson die Verantwortung trägt, in das Unterkapitel ein, in dem untersucht wurde, ob die Einzelperson in Nachhaltigkeitsstrategien von der Bunderegierung vorkommt. Nachdem festgestellt wurde, dass die Einzelperson keine Erwähnung in den Nachhaltigkeitsstrategien hat, wurde die Frage gestellt, wer die Einzelperson in die Verantwortung stellt. Mit der Auswahl der Wissenschaftler, deren Literatur verwendet wurde, wurde diese Frage beantwortet und leitet in den analytischen Hauptteil ein.
Bei der kritischen Auseinandersetzung mit den Handlungen der Einzelperson wurden die aufgeführten Punkte von den Autoren analysiert. Dabei wurde der Frage nachgegangen, welche Thesen für den nachhaltigen Transformationserfolg verwendet wurden und diese kritisch hinterfragt und teils verbunden. Dabei gab es sowohl verbindbare Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede in der Argumentation und der Erreichung des Erfolges. Zuletzt wurden die ausgearbeiteten und kritisch hinterfragten Handlungsmöglichkeiten anhand ihrer Umsetzbarkeit bewertet.

In der Arbeit wurde festgestellt, dass die Handlungsmöglichkeiten beziehungs-weise Verhaltensweisen, die an den Tag gelegt werden müssen für den nach-haltigen Transformationserfolg, auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichen Rollen stattfinden. Dabei wurde unterteilt in Konsument, politisch werdende Einzelperson und sozial werdende Einzelperson. Auf den unterschiedlichen Ebenen gab es inhaltliche Unterschiede und Unterschiede in der Umsetzbarkeit dieser. Jedoch sehen alle Autoren die Einzelperson als Verantwortlichen an. Diese ist es nämlich, die die große Transformation in der Hand hat. Mit ihren Handlungen, angefangen auf der Ebene des Konsumenten, beginnt dieser Prozess. Der gezielte Verzicht auf Lebensmittel in Plastikfolie, so wie das Meiden von beispielsweise Coca-Cola-Produkten beginnt die Verantwortung. Weitergeführt wird sie mit dem Aufmerksammachen anderer auf diesen Verzicht und dem Weitertragen, dass man dies aus nachhaltiger Sicht auf die Dinge tut. Diese Sicht oder dieses Verhalten bedarf einer Bewusstseinsänderung der Dinge, die ebenfalls durch die Einzelperson hervorgerufen werden muss. Diese Bewusstseinsänderung wird auch durch die Funktion der „Mahner“- und „Mittler“-Funktion durchgeführt. Diese machen andere Einzelpersonen durch ihr nachhaltiges Vorleben und ihr Aufmerksammachen auf Probleme. Sie werden also dadurch selbst zum „Mahner“. Es liegt in der Verantwortung der Einzelperson, über seinen eigenen Schatten zu springen und im Bottom-Up-Prinzip zu versu-chen, etwas zu ändern. Dabei wird von unten nach oben eine Idee im Idealfall zu einem Gesetzesentwurf oder einer Veränderung der Strukturen, die vorherr-schen. Dieser Prozess von unten nach oben ist dabei die wichtigste Waffe der Einzelperson für einen erfolgreichen Transformationserfolg. Über die Rollen des politisch und sozial werdenden Konsumenten und mit der Erfüllung von Schneidewinds Funktionen hat die Einzelperson den Ausgang der Transformation selbst in der Hand. Sie hat die Möglichkeit sich so zu verbinden, dass die Wirtschaft und große Gruppierungen beeinflusst werden, die wiederum die Bundesregierung und die aktuelle Politik beeinflussen können. Nach dem abgeschlossenen Bottom-Up-Prinzips der Einzelperson, die sich der anstehenden Klimakatastrophe bewusst ist, ist es nun auch der Bundesregierung möglich, anhand des Top-Down-Prinzips die Wirtschaft so zu beeinflussen, dass diese die Einzelpersonen beeinflusst, die der nachhaltigen Entwicklung den Rücken gekehrt haben.

Die Forschungsfrage war es zu beantworten, ob die Einzelperson für den nachhaltigen Transformationsprozess verantwortlich ist. Und diese Frage lässt sich an dieser Stelle mit einem „Ja“ beantworten. Obwohl es sich hierbei um kein einfaches „Ja“ handelt und nicht so einfach dargestellt werden kann, wie es hier scheint. Es bedarf in erster Linie einer großen Veränderung im Denken und Handeln und vor allem der Beeinflussung der Politik, aber auch dies beginnt mit der Einzelperson.
Ein wichtiges Kriterium, welches an dieser Stelle zu erwähnen ist und auch immer wieder ein wichtiger Argumentationspunkt war, ist die Fridays For FutureBewegung. Der Zeitgeist, der durch diese Bewegung getroffen wurde und die Masse an Leuten, die bereits gezeigt hat, dass man als Einzelperson nicht alleine ist, regt zum Nachdenken und zum Handeln an. Sie zeigt den gesamten Prozess beziehungsweise die Transformation auf, die in dieser Arbeit erarbeitet wurde und wonach dabei gehandelt wurde. Mit der Zielvorstellung mit dem Bottom-Up-Prinzip die Bundesregierung zu einem Top-Down-Prinzip zu bewegen, welches wiederum alle Einzelpersonen gemeinsam abholen soll.
Es sind eben doch nicht die von Christian Lindner betitelten Profis, die für den nachhaltigen Transformationserfolg verantwortlich sind.

5. Ausblick

Das Thema nachhaltiger Transformationserfolg wird aufgrund der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Situation weiterhin ein großes Thema bleiben. Die Klimaziele, die für 2030 formuliert wurden, werden auch in den nächsten elf Jahren weiter für Gesprächsstoff sorgen, besonders dann, wenn sich die Gemüter der Gesellschaft weiter verschlechtern. Wie auch in den letzten Jahren wird das Interesse an diesem Thema von Seiten der Deutschen wachsen, was die steigenden Zahlen von Demonstranten bei Fridays For Future und der Anstieg der Wählerstimmen bei Bündnis 90/Die Grünen zeigen. Aus politischer Sicht muss mehr passieren als das Herausbringen des Klimapakets mit Anpassungen, die bei vielen Menschen negative Reaktionen auslösen.
Zu Beginn dieser Arbeit gab es wenige Werke zur Nachhaltigkeit und noch fast keine zur aktuellen nachhaltigen Transformation. Aus diesen Gründen wird sich die Quellenlage und Literatur auch in den nächsten Jahren diesem Thema widmen und mit großer Wahrscheinlichkeit wachsen. Auch im Hinblick auf die Fridays For Future-Bewegung und Greta Thunberg werden Themen für Autoren interessanter werden.
Für weitere Forschungen und Arbeiten wäre es interessant, sich die andere Seite, die Politik, anzuschauen. Dabei können ähnlich wie in dieser Arbeit das Vorgehen und die Handlungsmöglichkeiten untersucht und kritisch analysiert werden. Dies könnte auch auf Seiten der Wirtschaft geschehen, um alle drei Instanzen abzudecken. Anschließend könnte man diese drei Untersuchungen miteinander vergleichen, um somit einen anderen Blick auf die hier erarbeiteten Ergebnisse zu haben. Dies könnte durchaus spannend werden, um zu versuchen, die weitere Entwicklung des nachhaltigen Transformationserfolgs vorherzusagen oder aber den Ausgang oder den weiteren Prozess in den nächsten Jahren zu untersuchen. Auch eigene Handlungsmöglichkeiten wären möglich zu erarbeiten. Dabei müsste man sich anhand von Daten und Fakten Veränderungen heraussuchen oder sogar psychologisch vorgehen um eine eigene Anleitung herauszuarbeiten.
Außerdem könnte man die erarbeiteten Zielsetzungen an einer Beispielstadt, die stellvertretend für Deutschland steht, untersuchen, ob die verfassten Handlungsanleitungen den gewünschten Ausgang erzielen würden.

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