Corona-Facetten. Von Raphaela Kell

Auch in der aktuellen Situation sind wir noch aktiv und unsere Vereinsmitglieder machen sich viele Gedanken rund um das Thema Corona. Ihren Gedanken möchten wir einen Platz auf unserer Website geben.

Corona-Facetten

Von Raphaela Kell

Corona hat mehrere Gesichter. Da ist das schlimme Krankheitsbild, das unumstritten sehr besorgniserregend ist und die extremen Maßnahmen aus Sicht vieler rechtfertigt. Ich selber bin in der Frage, ob die Maßnahmen angesichts der vielen negativen Folgen für sehr große Teile unserer Gesellschaften gerechtfertigt sind mehrmals täglich hin- und hergerissen, glaube mal diesen mal jenen Experten. Aber es gibt keine sicheren Daten und Statistiken, die die eine oder andere Expertise untermauern oder aushebeln könnten. Wir fischen sozusagen alle im Trüben nach Wahrheiten und sicheren Prognosegrundlagen.

Sorge macht mir aber diese nicht klar zu beschreibende Angst, die man bei einigen Menschen in den Straßen der Stadt und den Supermärkten spürt und auch die Tatsache, dass wir uns durch Angst so leicht lenken lassen. Mir graut vor politischen Entscheidungen, die aus­ Angst befolgt werden…und ich wünsche mir, dass die politischen Entscheidungsträger*innen sehr, sehr sorgfältig mit der Aushebelung unserer so hart erkämpften Bürgerrechte umgehen. Eines dieser für eine Demokratie so essentiellen Bürgerrechte ist das Recht auf politische Mitgestaltung bzw. Partizipation. Und hier sehe ich mit großer Frustration und auch großer Sorge, dass die gute, sehr konstrukitve Arbeit vieler Bürger und Bürgerinnen, Organisationen und auch Wissenschafter*innen nicht nur hier in der Städte Region in puncto Umwelt- und Klimaschutz jetzt auf Eis liegt und dass das ohnehin schon schwierige Engagement um ein Vielfaches erschwert wurde. Corona bzw. seine Bekämpfung nagt augenblicklich massiv an den demokratischen Mitgestaltungsmöglichkeiten der Bürger*innen, da keine Informationsveranstaltungen, Demonstrationen oder Podiumsdiskussionen mehr möglich sind. Die Corona-Krise führt zu einer Vernachlässigung der noch größeren Krisen, nämlich die der Klima-, Ressourcen- und Umweltkrise. Wir sind dabei, ein wichtiges Zeitfenster für die Entwicklung effektiver Resilienzstrategien zu verpassen, um uns gegen die Folgen dieser Krisen zu wappnen oder idealerweise sie zu verhindern. 

Hoffen wir im Interesse aller Menschen, dass diese Pandemie schnell vorüber ist, dass ALLE Staaten ihre demokratischen Bürgerrechte zu hundert Prozent wiederherstellen und dass wir die positiven Dinge, die sich durch die Corona-Zeit ebenfalls entwickeln konnten wie z.B. mehr Video-Konferenzen und Home-Officemöglichkeiten statt Autofahrerei, Reduktion des Flugverkehrs und Kreuzfahrten, die Entdeckung der Regionalität sowohl als Erholunggebiete, wie auch als Wirtschaftsstandorte und neue, nachhaltigere Freizeitaktivitäten, wie Radsport etc. fortgesetzt werden.

Corona-Zeit, Coronavirus, Covid19, Resilienz