Blockchain

Blockchain – ein Vortrag von Dieter Rehfeld (Regio IT) im Rahmen der Vortragsreihe „Chancen und Risiken der Digitalisierung“ des Vereins ‚Regionale Resilienz Aachen‘

Die Regio IT versteht sich als der regionale IT Dienstleiter mit über 400 Mitarbeitern. Sie operiert in Aachen und Gütersloh und engagiert sich mit Kooperationspartnern in innovativen Feldern wie smart energy, Mobilität oder Energiewende. Mit der Blockchain – Technologie wurde der Referent erstmalig im Zusammenhang mit E-Voting konfrontiert. Bekannt wurde diese Technologie durch Kryptowährungen wie Bitcoin, doch beinhaltet sie im Grunde altbekannte Bausteine. Zu ihnen gehören die peer-to-peer-Technologie, die digitale Signatur, die Bestimmung einer Reihenfolge der Anwendungen durch einen digitalen Zeitstempel sowie die Hash-Funktion. Das eigentlich Neue der Blockchain Technologie (BT) besteht in der Lösung des double spending Problems, also dem eineindeutigen Transfer von Werten. Werte sind Rechte, die durch BT ohne zentrale Einheit bzw. ohne Intermediär übertragen werden. Der allgemeine Begriff für diese Technologie lautet distributed ledger technology. Bt kann einmal öffentlich zugänglich gemacht werden wie bei den Kryptowährungen oder durch private Organisationen wie Verwaltungen. An mehreren Beispielen erläuterte Herr Rehfeld den Vorteil von BT in Verwaltungsangelegenheiten. So geschieht der Antrag für die Ausstellung einer Studienbescheinigung in der Regel online und wird dann analog ausgedruckt und versandt. Dies sind Arbeitsschritte, die durch BT effektiver gestaltet werden können und ermöglichen, dass Angestellte für sinnvollere Aufgaben eingesetzt werden. Am Beispiel einer digitalen Erfassung einer Stadt mit Sensoren, Verkehrsdaten, Informationen über Bürger usw. erläuterte der Referent Möglichkeiten und Gefahren, die mit der Erhebung dieser Datensätze verbunden sind. Datensätze können für die Verbesserung von Mobilitätsproblemen genutzt werden, doch ergeben sich auch die Fragen: Wem gehören die Daten? Sind sie handelbar?

In der aufkommenden Diskussion wurden Zweifel an der rechtlichen Situation im Zusammenhang von BT und E Voting geäußert, zudem hinterfragte ein Teilnehmer, ob  eine fehlerlose Implementierung dieser Daten möglich sei. Herr Rehfeld plädierte für eine private, aber genossenschaftlich organisierte BT wie z.B. ihren Einsatzinder Verwaltung zur Verbesserung von Effektivität und Kundenfreundlichkeit. So gibt es in Frankreich bereits eine App für den Registeraustausch. EU  – Gremien überlegen, eine europäische BT einzuführen. Die Zukunft des Datentransfers verläuft digital, viele Konzeptionen werden Elemente der BT übernehmen, die in ihrer technischen Weiterentwicklung jedoch immer weniger der ursprünglichen BT ähneln. Der Vortrag dokumentierte eindrucksvoll, dass die Einführung technologischer Innovationen auf politischen Grundsatzentscheidungen basiert, ein Tatbestand, der vielen Menschen nicht bewusst ist, deren Auswirkungen jedoch spürbar werden.

Die Vortragsreihe wird im neuen Jahr fortgesetzt.

Tags:, ,