
Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft im Dialog: Kreislaufwirtschaft als kommunaler Hebel
Am 27. März 2026 fand der vierte informelle Austausch „Politik trifft Wissenschaft und Zivilgesellschaft“ in Aachen statt – und einmal mehr wurde deutlich: Die Voraussetzungen für eine zügige Entwicklung der Kreislaufwirtschaft sind vorhanden, doch es braucht jetzt entschlossenes Handeln auf kommunaler Ebene.
Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Runden Tisch Klimanotstand Aachen, der Akademie des Bistums Aachen, dem Center for Circular Economy (RWTH Aachen), dem Forschungsprojekt DACE (Datenkompetenzzentrum Circular Economy), Regionale Resilienz Aachen sowie dem Eine Welt Forum Aachen organisiert und bot erneut einen offenen Raum für den Dialog zwischen Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.
Im Fokus stand die Frage, wie insbesondere der Bausektor – als einer der ressourcenintensivsten Bereiche – konsequent in Richtung Kreislaufwirtschaft transformiert werden kann. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um konkrete kommunale Hebel und Umsetzungsstrategien zu diskutieren.
Die Impulsvorträge zeigten eindrücklich, dass Kreislaufwirtschaft weit mehr ist als ein ökologisches Projekt: Sie ist ein zentraler Baustein für regionale Wertschöpfung, wirtschaftliche Resilienz und die Sicherung von Rohstoffen. Gleichzeitig wurde deutlich, wo die entscheidenden Stellschrauben liegen – von der kommunalen Beschaffung über Bauvorgaben bis hin zum Aufbau geeigneter Infrastrukturen und Koordinationsstrukturen.
Besonders bereichernd war der Beitrag eines externen Gastes, der aus der Praxis eines zirkulären Wiederaufbaus berichtete. Seine Erfahrungen machten deutlich, dass erfolgreiche Kreislaufwirtschaft nicht zufällig entsteht, sondern das Ergebnis klarer politischer Entscheidungen, verbindlicher Rahmenbedingungen und einer aktiven Koordination zwischen den beteiligten Akteuren ist.
Die Diskussion verdeutlichte zugleich: In Aachen existieren bereits zahlreiche Initiativen, Projekte und engagierte Netzwerke. Was bislang fehlt, ist ihre systematische Verzahnung sowie die Überführung in eine verbindliche, skalierbare Struktur – etwa in Form eines von der Stadt geplanten Hubs.
Das positive Feedback der teilnehmenden Ratsmitglieder unterstreicht den großen Bedarf an solchen Austauschformaten. Sie schaffen Transparenz, bündeln Perspektiven und eröffnen konkrete Ansatzpunkte für politisches Handeln.
Die Veranstaltung ist Teil eines fortlaufenden Prozesses, in dem die beteiligten Akteurinnen und Akteure gemeinsam daran arbeiten, die Kreislaufwirtschaft in Aachen strukturell zu verankern und in die Umsetzung zu bringen.
CE-Hub Aachen, Center for Circular Economy RWTH-Aachen, DACE, Kreislaufwirtschaft