Plurale Ökonomik

Knappheitsparadoxie

In der Klassischen Wirtschaftslehre besteht Konsens über den Knappheitsbegriff. Er wird als ein Axiom behandelt, also eine gültige Wahrheit, die keines Beweises bedarf. Lehrbücher und Unterrichtsmaterialien vermitteln diese ‚Wahrheit` gleich zu Beginn in den einleitenden Ausführungen. Einige Beispiele dafür:

„Wenn die Knappheit der Produktionsmittel, die für die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse eingesetzt werden können, als das zentrale ökonomische Problem bezeichnet wird, so ist damit nichts weiter gemeint als die simple Tatsache, dass wir nicht im Schlaraffenland leben…“[1] 

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Was bedeutet plurale Ökonomik?

Was bedeutet „plurale Ökonomik“? – Beginnen wir zur Klärung dieser Frage mit einer Anekdote, einer wichtigen, wie ich finde, weil sie die ganze Tragweite dieser neuen Denkrichtung aufzeigt: am 5.Februar 2020 sagte Joe Kaeser, Vorstandvorsitzender der Siemens AG, auf der Hauptversdammlung der Siemens AG unter anderem folgende zwei Sätze:„Unternehmen können heute nicht mehr so tun, als wäre der erwirtschaftete Gewinn der einzige Geschäftszweck. Diese Zeit ist vorbei.“ Ich weiß nicht, ob er sich der Tragweite dieser Aussage bewußt gewesen ist, denn im Grunde stellt sie die Prämissen der bisherigen Volkswirtschaftslehre in Frage. Wie kam Joe Kaeser zu dieser Aussage und was bedeutet sie in Konsequenz?

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Plurale Ökonomik

Plurale Ökonomik verfolgt einen interdisziplinären Ansatz mit der Zielsetzung, den Einfluss externer und interner Faktoren für die Analyse von ökonomischen Handlungsweisen und Gesetzmäßigkeiten zu ergründen. Generell muss hinterfragt werden, wodurch gesellschaftlicher, kultureller und ökonomischer  Wandel zu einer fundamentalen Transformation führt und ökonomisches Denken und Handeln beeinflußt wird. Plurale Ökonomik reflektiert nicht nur Ursachen bestehender Handlungsweisen, sie untersucht auch normative und zukunftsorientierte Modelle.

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