Das jus post bellum und die Verantwortung gegenüber Kriegsflüchtlingen

Wann: So, 07.06.2020 | 12:00–13:30 Uhr


Kategorie: weitere Veranstaltungen


»Philosophie trifft Politik« – Philosophische Matinee 2020

Digitaler Vortrag ab 28.05.

Auch abrufbar auf www.logoi.de
Live-Diskussion mit Jürgen Kippenhan & Prof. Véronique Zanetti am Sonntag, 07. Juni 2020 um 12:00 Uhr auf www.logoi.de
Schicken Sie uns Ihre Fragen und Anmerkungen zum Thema gerne per Mail:


Prof. Véronique Zanetti: »Das jus post bellum und die Verantwortung gegenüber Kriegsflüchtlingen«. Eintritt frei!


Tragen diejenigen, die einen Krieg mutwillig beginnen, gegenüber Kriegsflüchtlingen eine besondere Verantwortung in Gestalt einer Verpflichtung, die nicht schon durch das internationale Flüchtlingsrecht gedeckt ist? Was nach dem Krieg geschieht, ob die Protagonisten und, wenn ja, welche für den politischen, institutionellen und wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes haften, diese ethisch zentralen Fragen werden in der Regel aus der Theorie des gerechten Krieges ausgeklammert. Es kann nur in Erstaunen versetzen, dass die verheerende Auswirkung von Kriegen bei der Analyse ihrer Gerechtigkeit kaum in Betracht gezogen wird. Der Skopus meines Vortrags wird sich auf diese Dimension richten.

Kurzvita:
Véronique Zanetti ist Professorin für politische Philosophie an der Universität Bielefeld. Sie studierte in Genf, promovierte in Bern und habilitierte an der Universität Fribourg in der Schweiz. Einer ihrer Forschungsschwerpunkte liegt in der Philosophie der internationalen Beziehungen.


Die Veranstaltungsreihe Philosophische Matinee lädt seit 2013 sowohl politisch als auch philosophisch Interessierte zum Nachdenken und Austauschen ein. Das Philosophische Institut der RWTH Aachen, das Institut für Politische Wissenschaft der RWTH, das Eine Welt Forum Aachen, LOGOI Institut für Philosophie und Diskurs und Amnesty International Aachen beleuchten mit diesem Gemeinschaftsprojekt globale Themen wie Vertreibung, Folter, Menschenrechte und Verteilungsungerechtigkeit aus philosophischer Sicht. Spezielle Vorkenntnisse sind dabei nicht erforderlich. Es sind vor allen Dingen normative Fragen, die bei politischen Diskussionen über die Bewältigung von Krisensituationen aufgeworfen werden. Hier verschränken sich Politik und Philosophie, insofern die philosophische Perspektive das politische Diskursfeld begrifflich absteckt und dabei ethisch und moralisch relevante Fragen aufgreift, erläutert und Handlungsvorschläge unterbreitet. Die Resonanz auf die Veranstaltung in den vergangenen Jahren hat gezeigt: Das Interesse am öffentlichen Diskurs über gesellschaftlich relevante Themen, die uns berühren, verunsichern und mit Fragen konfrontieren, ist groß. Diesem Diskurs geben wir mit der Matinee jedes Jahr auf ś Neue Raum. Die Vorträge sind dabei so verständlich gehalten, dass sie sich an die breite interessierte Öffentlichkeit richten. Philosophische Perspektiven und Theorien werden grundlegend nahe gebracht und allgemeinverständlich vermittelt. Im Anschluss an die i.d.R. 40-minütigen Vorträge wird der Diskurs mit dem Publikum weitergeführt und auch nach offiziellem Veranstaltungsende können sich die Referent*innen und Besucher*innen bei einem Glas Wein oder Wasser weiter austauschen. Im Februar startet das Gemeinschaftsprojekt in seine nächste Runde. Gemeinsam mit allen Kooperationspartner*innen präsentiert die Matinee auch in diesem Jahr ein inhaltlich spannendes und thematisch abwechslungsreiches Programm.


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